Hohenleipisch: Rassistische Polizeikontrolle

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Am Zahltag in Hohenleipisch wurden am 4. Mai mehrere Flüchtlinge auf dem Weg vom Bahnhof zum Flüchtlingslager von der Bundespolizei kontrolliert. Die Kontrolle fand unmittelbar nach dem Verlassen des Bahnhofsbereichs statt. Alle anwesenden Flüchtlinge mussten zwecks Kontrolle ihre Ausweispapiere abgeben. Jedes Dokument wurde auf Echtheit geprüft und der Status der Person telefonisch abgefragt. Zu Beginn gab ein Beamter an, dass die Kontrolle angesetzt wurde um Sozialbetrüger_innen zu überführen.
Ein anderer Beamter erklärte aber zu einem späteren Zeitpunkt, dass es sich um eine allgemeine Personenkontrolle handelte. Diese ergab nichts. Auffällig ist, dass eine Gruppe von anwesenden weißen Flüchtlingsaktivist_innen, welche an diesem Tag das Flüchtlingslager in Hohenleipisch besuchte, nicht kontrolliert wurden. Ein afrikanischer Aktivist hingegen wurde nach seinen Ausweispapieren gefragt. Als er sich weigerte diese zu zeigen und Angaben zu seiner Person zu machen, ließen die Beamten aber von ihm ab. Später wurde berichtet, dass die Kontrolle durch die Ausländerbehörde des Landkreises Elbe Elster angeordnet wurde. Die in Hohenleipisch durchgeführte Kontrolle ist rassistisch. Sie ist ein klares Beispiel für das von der Polizei angewendete „Racial Profiling“,da ausschließlich Menschen aufgrund ihrer Herkunft kontrolliert wurden und kein konkreter Verdacht geäußert wurde. Die von der Polizei vorgetragenen Gründe für die Kontrolle sind nicht nachvollziehbar., Sozialdaten können einfacher durch die entsprechenden Ämter abgeglichen werden . Auch eine allgemeine Ausweiskontrolle am Zahltag wäre aus Sicht der Polizei wenig sinnvoll, da nur Gelder an Flüchtlinge mit gültigem Aufenthaltstitel ausgezahlt werden und aus diesem Grund auch nur Leute mit gültigen Papieren vor Ort anzutreffen sind. Aus welchem Grund wurde diese Kontrolle also durchgeführt? Viele der Flüchtlinge in Hohenleipisch sind Aktivist_innen und hatten an der Demonstration am 22. März in Herzberg gegen die Bedingungen im Flüchtlingslager teilgenommen und dort in einem offenen Brief die Lagerpolitik des Landkreises Elbe Elster kritisiert. Ist diese rassistische Polizeikontrolle nun die Antwort des Landkreises auf das Engagement der Flüchtlinge? Aufgrund der nicht nachzuvollziehenden Kontrolle, welche zudem ausschließlich bei Flüchtlingen durchgeführt wurde, muss von einem rassistischen Hintergrund ausgegangen werden. Wir fordern Klarheit über die wahren Hintergründe der Kontrolle. Außerdem fordern wir die Bundespolizei auf, die rassistischen Kontrollen in Hohenleipisch und überall zu unterlassen. Bewegungsfreiheit ist ein menschliches Grundrecht. Schluss mit dem Terror gegen Flüchtlinge!

Racist Police check by the German Police on Pay day

HOHENLEIPISCH, 04.05.2011 | On the payday of wednesday in Hohenleipisch there was a police control of Refugees from the refugee camp, the control took place at the train station. The control took place immediately after leaving the Train station. All refugees present were forced to have their passport documents checked for their authenticity, and these document were further checked a second time through a police telephone call. Initially it was claimed that the control was to meant to prevent people from unlawfully taking Social support. However another police officer claimed later on that, he was making a routine check on all those in the area. This led to nothing. What is important is that a group of Activists, who were also travelling to the Refugee camp in Hohenleipisch were not asked to show their documents by the police. However an African activist was asked for their papers. After he declined to show his papers the police desisted in their demand. Later it became known that the immigration office (The office of the area Elbe Ester) was responsible for the control. The control that was conducted in Hohenleipisch was racist. It is a clear example of the police tactic of „Racial Profiling“, that is in effect a control based on where a person comes from as opposed to any suspicion that these people are guilty of a crime. The reason for the control could not be clearly explained, the social data could very easily be verified by the responsible person in the camp and so a general passport control makes little sense, as only Refugees with a permit would have recieved the money and therefore only those with the valid papers would have been helped. Why did this control take place? Many of the refugees in the Hohenleipisch camp are activists and took part in the demonstration against the conditions in the camp on the 22nd of March this year and also participated in publishing a letter detailing conditions in the camp to the area of Elbe Elster. Is this racist police control now an answer to the Refugees action? On the basis of the following control, which was only focussed on Refugees, we believe that it came from a racist motivation. We demand an explanation of the true reasons behind the control. We also want to see a stop to the Police controls at Hohenleipisch and at every other Refugee camp. Freedom of movement is a basic human right. Stop with the attacks against Refugees!