Aktionstage der Abolish!-Kampagne enden mit großer Demonstration in Berlin

Am Samstag, den 11. Juni 2011, endeten die Aktionstage der Kampagne Abolish! mit einer Demonstration durch die Berliner Innenstadt. Dem Aufruf folgten 1000 Teilnehmende. Die Forderungen der DemonstrantInnen waren die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes und anderer rassistischer Sondergesetze. Gleichzeitig war die Demonstration ein politischer Gegenpol zum zeitgleich in Berlin stattfindenden Karneval der Kulturen, der seit Jahren den institutionellen Rassismus verschleiert.

13.06.2011: junge Welt: Rassistische Gesetze, 13.06.2011: taz: Protest mit Pünktchen, 10.06.2011: taz: Angehört und abgewiesen, 09.06.2011: taz: Flüchtlinge boykottieren Gutscheine, 09.06.2011: Neues Deutschland: Wieder als Menschen fühlen, 08.06.2011: Neues Deutschland: Bewegungsfreiheit bleibt eingeschränkt, 07.06.2011: Junge Welt: »Wir werden das nicht länger hinnehmen«, 06.06.2011: Humanistischer Pressedienst (hpd): Flüchtlinge streiken!

Bilder
Umbruch Bildarchiv, Kieztzmann, Rassloff, Jäger-Photo, PM Cheung, Libertinus

Videos: BrokenYellowLines


An der Demonstration beteiligten sich FlüchtlingsaktivistInnen aus Sammelunterkünften in ganz Deutschland, unter anderem aus Regensburg, Würzburg, Augsburg, Braunschweig, Eisenach, Eisenhüttenstadt, Hennigsdorf und Hohenleipisch.
Am Vortag fand bereits eine Flüchtlingskonferenz im Statthaus Böcklerpark statt. 150 Flüchtlinge tauschten sich dort zu den Lebensbedingungen in den Lagern und über Erfahrungen aus den regionalen Kämpfen im Umgang mit den diskriminierenden Gesetzen aus. Dabei berichteten auch Flüchtlinge aus Hennigsdorf von ihrem aktuellen Streik gegen das Sachleistungsprinzip, mit dem sie an Flüchtlingskämpfe, wie die Hungerstreiks in bayerischen Lagern von 2010, anknüpfen.
Konsens der Aktionstage ist, dass die Abolish!-Kampagne weiterhin an ihrem erklärten Ziel die rassistischen Sondergesetze abzuschaffen arbeiten wird und in diesem Rahmen die Kämpfe von AktivistInnen bundesweit vernetzen wird.