Protestmarsch und Asylstreik Würzburg-Berlin unterstützen!

Actions und tägliche Berichterstattung gegen Ausgrenzung und deutsche Zustände sind jetzt möglich und gefragt

Am 8. September starteten die Würzburger AsylstreikerInnen ihren Protestmarsch gegen Unterdrückung, Lagerpolitik, Residenzpflicht und Gutscheine. Ein Bus der AktivistInnen brach zu einer großen Tour auf, die
über die großen Städte im Rheinland führt und dann über Braunschweig/ Magdeburg den Weg nach Berlin nimmt. Zugleich ging ein Fußmarsch von Würzburg los, der auch über kleinere Ortschaften führt und über Thüringen und Brandenburg nach Berlin kommt.
Auf dem Protestmarsch werden mehr TeilnehmerInnen in den Lagern mobilisiert, und wird eine Medienöffentlichkeit für die menschenunwürdigen Bedingungen Asylsuchender hierzulande geweckt.

Die täglichen Ereignisse des Protests und Möglichkeiten, sich in den Protestweg einzuklingen oder auf andere Weise Unterstützung zu geben, können im Internet verfolgt werden unter:
http://asylstrikeberlin.wordpress.com
http://refugeetentaction.net
http://thecaravan.org

Berliner Aktionen unterstützen und Druck aufbauen!
Mit dem Protestmarsch suchen die TeilnehmerInnen des Asylstreiks Berlin auf, weil dort der Sitz der Macht ist. In Berlin werden die Flüchtlinge aus möglichst vielen Städten zusammenkommen, um zu erklären: „Wir haben die Kriege, vor denen die Menschen flüchten, nicht begonnen!…Und wir müssen auch in den Ländern Europas, in die wir geflüchtet siend, gegen diejenigen ankämpfen, die uns das Recht auf Leben verweigern.“ Sie werden ihre konkreten Forderungen bekanntgeben:
- Aufhebung der Isolation, Schließung der Flüchtlingslager,
- Aufhebung der nur in Deutschland angewendeten Residenzpflicht, Abschaffung der Gutscheine, die sie als unterste Klasse kategorisieren.
(Protest-Erklärung von der Karawane, Turgay Ulu http://thecaravan.org/node/3383 )

Deshalb wird es in der nächsten Zeit auch seitens des Bündnisses gegen Lager Info-Veranstaltungen zum Thema geben. Unser Ziel ist, den Druck gegen die deutsche Verwaltung und Ausgrenzungspolitik mit aufzubauen helfen, die diskriminierenden Praktiken der Festung Europa im Innern zu benennen und zu verunglimpfen – und konkret bleibt uns damit in nächster Zeit zu tun, um in Berlin und Brandenburg mit Öffentlichkeit für den Protestmarsch zu schaffen.

Zum Heinrichplatz kommen – Camp unterstützen, auf dem Laufenden bleiben!
Der wichtigste Brennpunkt der Berliner Ereignisse ist zur Zeit das Camp am Heinrichplatz der Würzburger AktivistInnen, das im Sommer gebaut worden ist. Hier wird die Ankunft des Protestmarsches erwartet, um dann gemeinsam in der Metropole den Widerstand weiterzuführen.
UnterstützerInnentreffen am Heinrichplatz sind derzeit regelmäßig am Di. und Freitag um 19 Uhr.

Seit dem März 2012 führten die Flüchtlinge in bayrischen Lagern ihre Widerstandsbewegung gegen die menschenverachtende Lagerpolitik sowie gegen den strukturellen Rassismus der Verwaltung mit Gutscheinen, Residenzpflicht und Nichtanerkennung von Asylgesuchen. Der Widerstand, der mit dem Hungerstreik iranischer Flüchtlinge in Würzburg begann, führte zu solidarischen Kundgebungen bzw. weiteren Hungerstreiks inden anderen bayrischen Städten Bamberg, Regensburg und Aub, sowie in anderen deutschen Städten wie Düsseldorf, und wurde ständig ausgeweitet.Das dauernde Protestcamp der Asylstreikenden in Würzburg wurde zu einer Basis für die Proteste auch nach der Beendigung des Hungerstreiks. Beginnend in Würzburg, dann in anderen Städten, wurden Camps geschaffen, „um damit ein kollektives, anderes Leben aufzubauen“, wie die Protestierenden auf der Homepage der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen erklären.

Trotz Repressalien, mit denen z. B. die Stadt Würzburg zunächst den TeilnehmerInnen an der öffentlichen Kundgebung der Hungerstreikenden Steine in den Weg legen wollte, und später der Repression mit Polizeikontrollen und Verhaftung des Aktivisten Arash aufgrund Residenzpflichtverstoßes (inzwischen wurde er wieder freigelassen) führen die Asylstreikenden ihren harten Kampf weiter.