Grünau hilft! Jedenfalls einige…

Am Freitag fand in der Friedenskirche in Berlin-Grünau eine Bürgerversammlung auf Einladung der Kirchengemeinde und der Linken unter dem Motto „Grünau hilft…“statt. Rund 150 AnwohnerInnen folgten dem Aufruf um über eine neue Notunterkunft für Flüchtlinge direkt in ihrer Nachbarschaft zu diskutieren.

Trotz der Bemühungen des Podiums wurden im Publikum Ressentiments gegenüber den Flüchtlingen laut. Da wurde nach den Herkunftsländern gefragt aus denen die Flüchtlinge kommen und ob wirklich Kriegsflüchtlinge kommen und keine Sinti und Roma und andere Armutsflüchtlinge.
Seit einer Woche leben nun rund 100 Flüchtlinge in dem Grünauer Bürgeramt. Und den AnwohnerInnen fiel nichts anderes ein als sich über lautes Fernsehschauen bei offenen Fenstern zu beschweren. Auch das am Fenster geraucht werde sahen manche Grünauer gar nicht gern. Die Vertreterin des Bezirksamtes beschwerte sich, dass man nicht selbst entscheiden durfte wo die Flüchtlinge hin sollen, während Vertreter des Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) damit konterten, dass man wohl lange warten könne wenn auf das Votum der Bezirke gewartet werden müsste.
Alles in allem eine wichtige Veranstaltung, allerdings erschreckend wie plump doch argumentiert wird, wenn der eigene Rassismus nicht offen ausgesprochen werden will.
Anders als in Rudow war die Veranstaltung aber vor allem davon geprägt, dass AnwohnerInnen helfen wollten. Gut ein Drittel der Anwesenden, wollten die „neuen“ erstmal kennenlernen fragten ob und wie man helfen könne. Nächste Treffen wurden vereinbart und es wurde auch besprochen, wie Angriffe, wie auf das Lager im benachbarten Waßmannsdorf verhindert werden könnten.

Mehr Fotos unter: Demotix / Flickr

Artikel im Neuen Deutschland zu der Versammlung: https://www.neues-deutschland.de/artikel/802729.gruenau-hilft.html