21.03.2013 RBB: Czaja will Flüchtlinge in Reinickendorf unterbringen

21.03.2013 RBB: Czaja will Flüchtlinge in Reinickendorf unterbringen

Der Berliner Senat hält an seinem Plan fest, in einem Heim der Arbeitwohlfahrt im Bezirk Reinickendorf Asylbewerber unterzubringen. Bis zu 221 Flüchtlinge und Asylbewerber sollen dort wohnen können.
Die Bemühungen um Verständigung mit dem Bezirksamt dauerten aber noch an, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Deshalb könne er auch noch keinen Termin für die Eröffnung ennen. Ziel sei es, die Diskussion über die Bedenken und Ängste einiger Anwohner und Kommunalpolitiker zu versachlichen.
Czaja ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Unterbringung der wachsenden Zahl von Asylbewerbern gerecht auf die Bezirke verteilt werden müsse. Wenn es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit dem Bezirksamt Reinickendorf komme, werde die Frage auf Senatsebene geklärt. Derzeit sind in dem AWO-Heim Pflegebedürftige untergebracht. Die Einrichtung ist aber nicht ausgelastet.

Lichtenberg stellt vergleichsweise viele Plätze
Auch Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke hatte die Bezirke vor einiger Zeit dazu aufgefordert, mehr Unterkünfte und Wohnungen für Asylsuchende bereitszustellen.
Sie betonte, das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber sei wichtiger Bestandteil der jetzigen Koalitionsverenbarungen. Sie werde sich dafür einsetzen, dass der Senat und die einzelnen Bezirke sich zusammensetzen und künftig genug Wohnraum für Asylsuchende bereitstellen.
Während zum Beispiel Lichtenberg viele Plätze zur Verfügung stellen würde, gebe es Reinickendorf kaum Unterbringungsangebote.

4000 Flüchtlinge kamen 2012 nach Berlin
Im Oktober kam eine Gruppe Flüchtlinge aus Bayern und anderen Regionen nach Berlin
In Berlin kommen viele Flüchtlinge an, die später in Flüchtlingsheime in andere Bundesländer geschickt werden. Bis zu einer Entscheidung bleiben sie für eine Zeit in der Hauptstadt.
Das für Unterkünfte zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte im September 2012 Bezirke dazu aufgerufen, leerstehende Gebäude – Krankenhäuser oder Hostels – zu melden.
Die Oppositionsparteien Grüne im Abgeordnetenhaus kritisieren den rot-schwarzen Senat. Seit 2009 würden die Flüchtlingszahlen steigen. Schon längst hätte der Senat mehr Vorsorge treffen müssen, sagt Caran Bayram, die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen. Vor allem an Unterkünften mangele es, das müsse alles viel besser koordiniert werden: „Wir fordern ein gesamtstädtisches Konzept für die Unterbringung der Flüchtlinge im Lande Berlin.“
Rund 4.000 Flüchtlinge sind laut Statistik 2012 eingereist, fast doppelt so viele wie im vergangen Jahr. Diesen sprunghaften Anstieg führen die Behörden auf die vielen Unruheherde in der Welt zurück, wie Syrien oder Afghanistan. In den vergangenen Monaten sind aber auch immer mehr Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien gekommen.

http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2013_03/Fluechtlinge_Berlin_Czaja_Reinickendorf.html