26.04.2013 Nordberliner: Flüchtlinge in neuer Unterkunft

26.04.2013 Nordberliner: Flüchtlinge in neuer Unterkunft
Reibungsloser Umzug in das Marie-Schlei-Haus

WITTENAU. In das Marie-Schlei-Haus sind die ersten Flüchtlinge eingezogen. 57 Menschen, darunter 30 Kinder, aus Tschetschenien, Serbien und dem Libanon haben hier eine neue Bleibe gefunden. In der Mehrhheit handelt es sich um Frauen. Vorher waren sie in den Unterkünften der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Askanierring, in der Mozartstraße und in der Ringstraße untergebracht. Manfred Nowak, Vorsitzender des AWO Kreisverbandes Berlin-Mitte e.V. äußerte, die neuen Bewohner fühlen sich „ausgesprochen wohl. Das Ambiente ist hier nicht vergleichbar mit dem in anderen AWO-Flüchtlingsheimen.“ Stattgefunden hat der reibungslos verlaufene Umzug bereits am 12. April.
Das Marie-Schlei-Haus war zunächst als Notunterkunft für besonders schutzbedürftige Personen deklariert. In das Verfahren hatte sich auch der Berliner Staatssekretär für Soziales, Michael Büge (CDU) eingeschaltet (DER NORD-BERLINER berichtete).
Vonseiten der Anwohner seien die Proteste zwar nicht verklungen, allerdings wesentlich stiller geworden, sagte Manfred Nowak gegenüber dem NORD-BERLINER. „Nachdem sich die Nachbarschaft anfangs mit allen Fasern gegen die Umnutzung des Marie-Schlau-Hauses gewehrt hat, ist die Aufregung nach wie vor auch noch vorhanden. Aber meistens geht es um Kleinigkeiten. Die Kinder der Flüchtlinge haben sich wohl auf dem Spielplatz, der zum umliegenden Wohnfeld gehört, aufgehalten. Einige Anwohner machen sich Gedanken, dass die Kinder auf die Straße rennen und etwas passieren könnte“, sagte Nowak.
Das erste Treffen von AWO-Mitarbeitern des Kreisverbandes Berlin-Mitte mit den Nachbarn des Marie-Schlei-Hauses nach dem Umzug fand am Dienstagabend statt. „Wir haben uns verständigt, einmal in der Woche, immer dienstags von 18 bis 19 Uhr in der Cafeteria, eine Beratungsstunde für alle Anwohner durchzuführen. Dann können Beobachtungen und Anregungen vorgebracht werden. Wir werden das Beste aus der Situation machen und sind auf einem guten Weg“, sagte Nowak weiter.
Inzwischen hat der AWO Kreisverband Berlin-Mitte auch Gespräche mit dem Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), Franz Allert, bezüglich der Personalausstattung im Marie-Schlei-Haus geführt. Hier erhofft sich die AWO die Einstellung weiterer Mitarbeiter, speziell Sozialarbeiter.
Die wöchentliche Beratungsstunde für alle Anwohner findet immer dienstags von 18 bis 19 Uhr in der Cafeteria des Marie-Schlei-Hauses statt. Wer gut erhaltene Kleidung und Spielsachen abgeben möchte, kann diese ebenfalls dienstags mitbringen oder nach Absprache abgeben.

http://www.nord-berliner.de/index.php/nachrichten-wittenau/items/fluechtlinge-in-neuer-unterkunft.html