Bezirk Reinickendorf vs. Sozialsenat

Der Reinickendorfer Baustadtrat Martin Lambert dreht nun völlig durch. Er ließ diese Wochen eine Etage der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KBon) aus Brandschutzgründen sperren. In dem Haus waren Anfang Mai Flüchtlinge untergebracht worden. Die Sperrung markiert eine weitere Eskalation in dem Streit zwischen den Bezirksämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo). Gleich zwei Sammelunterkünfte für Flüchtlinge hatte der Sozialsenat in dem Bezirk eingerichtet, weil dieser bisher zu wenige Flüchtlinge unterbringt.

Baustadtrat Lambert konterte auf die Belegung des KBon mit einem Schreiben am 3. Mai an alle AnwoherInnen. Darin stachelt er zu Protest gegen Asylsuchende an und schwadroniert von „negativen Einflüssen“, die durch die insgesamt rund 500 Flüchtlinge in der Nachbarschaft entstehen würden.


Ähnliche Töne wie die der sog. „Bürgerinitiative Pro Marie-Schlei-Haus“. Diese setzt sich gegen die Umnutzung des ehemaligen Seniorenheimes zu einer Sammelunterkunft für Flüchtlinge ein. Ausgerechnet ihr Vorsitzender Klaus-Peter Zejewski ist Mitarbeiter beim Weißen Ring, einer Organisation für Kriminalitätsopfer.

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1 Antwort auf „Bezirk Reinickendorf vs. Sozialsenat“


  1. 1 Beate Leibe 10. Juni 2013 um 8:53 Uhr

    Interessant, dass bisher niemand hier geantwortet hat.

    Heute beobachtete ich einen Vorfall bei einem der KBN naheliegenden Discounter, der zeigt, dass anscheinend die feindselige Haltung des Baustadtrats Wirkung zeigt:

    Ein Mann mittleren Alters, den man erst auf den zweiten Blick als Asylbewerber einstufte, kam mit seinem Kleingeld an der Kasse nicht zurecht. Es hätte gereicht, wenn die Kassiererin die Geduld aufgebracht hätte, sebst nachzuzählen, was er hinlegte. Meine Frage „wieviel fehlt ihm denn?“ wurde kommentiert mit „viel“. Dabei hätte ich gerne die ein oder zwei fehlenden Euro dazugetan. Der Mann gab einige Ware zurück (zuviel), entschuldigte sich, dass er nicht genug Geld dabei hatte (sprach etwas Deutsch) und ging davon.

    Ich war so schockiert, dass ich meine weiteren Einkäufe vergaß und noch einmal losziehen musste. Dabei habe ich mir auch noch einmal die beiden Schreiben vom Bezirksstadtrat und vom Marie-Schlei-Haus durchgelesen. Kein Wunder, wenn die die Leute hier so reagieren.

    „Du sollst den Fremdling in deinem Land nicht bedrücken“ heißt es schon im Alten Testament, genannt Bibel. Ob der CDU-Mann das weiß?

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