Hellersdorf: Nach NPD will nun auch Pro-Deutschland aufmarschieren

Für den Mittwoch, 21. August, Morgens 9.30 Uhr hat die rechtspopulistische Partei Pro-Deutschland eine Kundgebung in Hellersdorf am Spreecenter angemeldet. Es sind schon Gegendemos geplant.

Letzten Freitag hatte schon die NPD-nahe Bürgerinitiative (Hintergründe auf Indymedia) mit rund 60 TeilnehmerInnen versucht vor dem künftigen Flüchtlingsheim zu demonstrieren. Die Polizei genehmigte es eine Ecke weiter. 12 Personen wurden wegen des Zeigens des Hitler-Grußes festgenommen. Die NPD nutzte den Aufzug auch zum Hängen von Wahlplakaten. Tagesspiegel-Artikel

Derweil versucht die Bürgerinitiative sich mit TOP-News in die Öffentlichkeit zu schummeln. So berichtet sie auf Facebook von einer zweiten geplanten Flüchtlingsunterkunft in Mahlsdorf und hat jetzt, wie die Reinickendorfer Heim-GegnerInnen (die übrigens von den Republikanern unterstützt werden), den Anwalt Jens-Georg Morgenstern beauftragt mit allen juristischen Mitteln gegen das Heim vorzugehen.
Die antirassistischen Initiativen vor Ort versuchen es weiter mit Gegenöffentlichkeit und informieren die AnwohnerInnen.

Auf dem Festival gegen Rassismus am Samstag, 17.08. werden bei einem Workshop Aktive aus Hellersdorf, Grünau und Reinickendorf von ihrer Arbeit berichten und gemeinsame Strategien erarbeiten.

12.08.2013 BNR: Aufmarsch „besorgter Bürger“

Im Berliner Stadtteil Hellersdorf zogen 60 Personen, darunter zahlreiche Rechtsextremisten, vor eine geplante Asylbewerberunterkunft. Nach Hitlergrüßen und rechten Parolen wurden zwölf Teilnehmer festgenommen.
Feixend berichtet der Berliner NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke auf Facebook darüber, wie NPD-Plakate vor der geplanten Notunterkunft für Asylbewerber in der Hellersdorfer Carola-Neher-Straße angebracht werden, und wo zur gleichen Zeit durch Zufall eine scheinbar spontane „Zusammenkunft besorgter Bürger gegen dieses Heim stattfand“. Auf einem dazu veröffentlichten Foto ist Schmidtkes Lebensgefährtin Maria Fank, Landesvorsitzende des „Rings Nationaler Frauen“ (RNF) zu sehen.
Doch offenbar war die Zusammenkunft weder spontan, noch war die NPD zufällig vor Ort. Laut Polizei wurde der Aufmarsch schon zuvor per Fax angemeldet. Auch sprechen angefertigte Transparente, Schilder und eine Musikanlage gegen einen ungeplanten Protest. Nach Medienberichten übernahm Maria Fank sogar „organisatorische Verantwortung bei dem Marsch“. Laut Augenzeugenberichten soll sie sich um den „Abtransport von Fronttransparent und mitgeführten Schildern gekümmert haben“, wie es im „Neuen Deutschland“ heißt.
Auch die politische Stoßrichtung der „besorgten Bürger“, die mit Slogans wie „Gefühl statt Asyl“ oder „Das Volk sagt Nein zum Heim“ aufmarschiert waren, wird im Polizeibericht dazu deutlich: Während des Aufmarsches kam es zu Aufrufen zu Straftaten. Später sollen Hitlergrüße und rechte Parolen skandiert worden sein. Die Polizei fertigte deswegen Anzeigen gegen zwölf Männer. Zwei davon wurden festgenommen, da gegen sie ein Haftbefehl vorlag.
Wie ebenfalls am Wochenende bekannt wurde, plant die rechtspopulistische Splittergruppe „pro Deutschland“ ebenfalls eine Kundgebung gegen die Asylunterkunft. Am 21. August soll der rassistische Protest vor dem Spreecenter (Hellersdorfer Straße) um 9.30 Uhr der Auftakt für eine bundesweite Kundgebungstour der Rechtspopulisten sein. (bnr.de berichtete)

http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/aufmarsch-besorgter-buerger