Potsam spart sich unabhängige Beratung

Die Stadt Potsdam hat zum 31.12. 2013 dem Diakonischen Werk den Vertrag gekündigt, durch den die Beratung und Betreuung der in Wohnungen untergebrachten Flüchtlinge seit mehr als 11 Jahren durch die Flüchtlingsberatungsstelle sichergestellt wird.
Die Kündigung wurde ohne Begründung ausgesprochen. Es gab vorher weder Anzeichen für diesen Schritt, noch wurde der Träger auf fachliche Mängel oder einen offenen Beratungsbedarf hingewiesen.
Brisant ist, dass die Stadtverordneten erst im Mai dieses Jahres eine Evaluierung für die Arbeit der Träger der sozialen Arbeit im Flüchtlingsbereich beschlossen haben. Diese wurde bisher weder begonnen noch ausgewertet. Diese Evaluierung sollte dazu dienen, zu analysieren, ob die vorhandenen Beratungsangebote quantitativ, strukturell und qualitativ geeignet sind, die vorhandenen Beratungsbedarfe zu decken.
Die ausgesprochene Vertragskündigung greift dem Ergebnis der Evaluierung vor und zerstört gut funktionierende Beratungsstrukturen. Sie führt zu einer erheblichen Verunsicherung bei den betroffenen Flüchtlingen und bei den MitarbeiterInnen des Beratungsfachdienstes für MigrantInnen.
Zurzeit werden durch die von der Stadt finanzierten SozialarbeiterInnen 238 Flüchtlinge in 106 Bedarfsgemeinschaften in Wohnungen beraten und begleitet.

> Erklärung der Beratungsstelle