Potsdam wächst! Auch die Toleranz gegenüber Flüchtlingen?

So lautet das Thema des nächsten Sofagesprächs im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Das tolerante Sofa“.
Die Gesprächsrunde findet in Kooperation mit primaDonna Frauen Kultur & Bildung am Dienstag, den 27. August im Autonomen Frauenzentrum an der Schiffbauergasse 4h statt. Beginn ist um 19 Uhr. Im Anschluss an das Sofagespräch besteht die Möglichkeit bei Fingerfood und Getränken das Gespräch fortzuführen.

Unsere Gäste auf dem Sofa sind:
- Hala Kindelberger (Vorsitzende des Migrantenbeirats),
- Monique Tinney (Ausländerseelsorge ev. Kirche Potsdam),
- Jörn-Michael Westphal (Geschäftsführer ProPotsdam).
Moderiert wird das Gespräch von: Prof. Dr. Angela Mickley (FH Potsdam)

Das Thema Wohnen enthält in Potsdam viele Fragen. Eine ist die nach der Unterbringung von Flüchtlingen. Anlässlich der öffentlichen Bekanntgabe des Plans der Stadtverwaltung, in Potsdam ankommende Flüchtlinge zukünftig auch in einer Gemeinschaftsunterkunft in Container-Bauweise in einem Gewerbegebiet am Stadtrand unterbringen zu wollen, gab es von vielen Seiten Kritik an diesem Vorgehen. Sie bezog sich auf zweierlei. Zum einen auf die Art und Weise, wie diese Entscheidung vorbereitet und kommuniziert wurde. Und zum anderen auf die inhaltliche Seite, auf die Tatsache an sich, dass für neu hinzukommende Flüchtlinge kein anderer Wohnort gefunden werden kann, als eine Container-Unterkunft in einem Gewerbegebiet, was man für würdelos hält.
Ist diese Kritik gerechtfertigt? Stellt Potsdam seinen guten Ruf als eine tolerante Stadt in Brandenburg in Frage, die auf vorbildliche Art und Weise mit hier ankommenden und lebenden Flüchtlingen umgeht? Ist die Unterbringung in Containern im Gewerbegebiet wirklich alternativlos? Welche Erfahrungen wurden in Potsdam bei der Vermittlung von Flüchtlingen in eine eigene Wohnung gesammelt? Könnten trotz des angespannten Wohnungsmarktes mehr Flüchtlinge in kürzerer Zeit in eigene Wohnungen umziehen?
Und wie steht es um die Toleranz unter den beteiligten Akteuren, die in Potsdam mit Flüchtlingen arbeiten und sich an der kommunalen Flüchtlingspolitik beteiligen? Unter ihnen finden sich Stimmen, die mit den Planungen der Stadt leben können, als auch Stimmen, die sie vehement ablehnen. Wie gehen wir mit diesem Konflikt um? Wie kompetent und transparent führen wir den Streit? Fühlen wir uns akzeptiert und ermuntert, wenn wir unseren jeweiligen Standpunkt äußern, oder fürchten wir Ablehnung und negative Konsequenzen und halten deswegen unsere eigentliche Meinung verdeckt?
Diesen Themen und Fragen wollen wir auf dem „toleranten Sofa“ erörtern. Das Sofa schafft geleichzeitig Raum für Konfrontation und Begegnung, aus der Verständnis für die Haltung des anderen wachsen kann, auch wenn ich sie nicht teile. Wir wünschen uns, dass im Laufe des Sofagesprächs eine Beziehung zwischen den Gästen als auch den Gästen und dem Publikum entsteht, die selber Beispiel für ein tolerantes Miteinander ist. Für das Toleranzedikt als Stadtgespräch.