Archiv für Oktober 2013

Seelow bringt Flüchtlinge dezentral unter

24.10.2013 MOZ: Seelow bringt Flüchtlinge dezentral unter

Das Thema Asylbewerber wird auch die Stadt in den nächsten Wochen und Monaten intensiv beschäftigen. Darauf verwies Bürgermeister Jörg Schröder (parteilos) im Bildungs- und Sozialausschuss am Dienstagabend. Der Kreis stehe seit Wochen mit der Stadt in Kontakt.
Die ersten Überlegungen waren dahin gegangen, die Gebäude auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfes (CJD) in der Hinterstraße als Asylunterkünfte herzurichten. Das CJD hat im Sommer seine Ausbildung eingestellt und den Schwerpunkt auf die Jugendsozialarbeit verlegt. (mehr…)

24.10.2013 PNN: Hetze gegen Flüchtlinge mit geringem Widerhall

Wegen geplanter Asylheime in Brandenburg regt sich Unmut. Neonazis profitieren davon noch nicht

Gransee/Lübben/Potsdam – Nachdem in Berlin sich vermeintliche Bürgerinitiativen gegen Asylbewerberheime in Stellung brachten, findet dieses Phänomen auch in Brandenburg Nachahmer. In ganz Brandenburg machen derzeit Rechtsextremisten gegen neue Flüchtlingsunterkünfte mobil. Die Sicherheitsbehörden sind gewarnt. Doch welchen Anklang findet die rechte Propaganda bei den Bürgern. Ein Blick übers Land: (mehr…)

Morgen: Bürgerversammlung auch in Gransee

Bürgerversammlung morgen in Gransee / rassistische Bürgerinitiative hat ihr Kommen angekündigt

Bundesweit rollt eine Lavine rassistischer Mobilisierungen gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte. Viele Verwaltungen reagieren mit Bürgerveranstaltungen um die Öffentlichkeit über die Pläne der Unterbringung zu informieren und mögliche sog. Ängste zu nehmen. Nach Veranstaltungen in Pätz (Landkreis Dahme-Spreewald) und Premnitz (Havelland) läd nun der Landkreis Oberhavel zu einer ähnlichen Versammlung in Gransee ein. Die Veranstaltung findet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr im Schrittmatter-Gymnasium in der Oranienburger Straße 30a statt. (mehr…)

Einladung zum Fest der Kampagne “Willkommen in Oberhavel”

Einladung zum Fest der Kampagne “Willkommen in Oberhavel”
am Freitag, den 25.10.2013 von 15:00 bis 17:00 Uhr
auf dem Postplatz in Hennigsdorf

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben uns in der Kampagne „Willkommen in Oberhavel” zusammengefunden, weil wir unseren Landkreis nach unseren Vorstellungen gestalten wollen. Deswegen tauschen wir mit Flüchtlingen, nehmen ihnen die diskriminierenden Gutscheine ab und geben ihnen dafür Bargeld. Wir wollen der Gutschein-Praxis die Grundlage entziehen und damit einer Sonderbehandlung, die geflüchtete Menschen ausgrenzen und abschrecken soll. (mehr…)

Samstag: Aktionen gegen rassistische Aufzüge in Hellersdorf

Gemeinsam für Solidarität und Menschlichkeit – Aufstehen gegen Rassismus!

Für den 26. Oktober 2013 plant die rechtslastige und von Nazis geführte sogenannte „Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf“ eine Demonstration durch Hellersdorf. Sie wollen gegen die im August eröffnete Unterkunft für Geflüchtete aufmarschieren. Seit Monaten hetzen Anhänger dieser Gruppe gegen das Heim in der Carola-Neher-Straße. Die NPD und bekannte organisierte Neo-Nazis haben sich bereits dem Aufruf zur Demonstration angeschlossen und mobilisieren berlinweit.

Doch die Rechtsextremen sind auf einem absteigenden Ast. Solidarischen Initiativen ist es in den vergangenen Wochen gelungen die Stimmung im Kiez zu verändern. Anwohnerinnen und Anwohner, die die Geflüchteten unterstützen wollen, konnten gewonnen werden, unzählige Hilfsangebote sind bei „Hellersdorf hilft“, dem Bezirksamt und dem Solidaritätsnetzwerk „Refugees welcome“ eingegangen. Immer mehr Menschen stellen sich der rassistischen Hetze einer selbsternannten „Bürgerinitiative“ entgegen.

Wir werden nicht zulassen, dass Nazis ungestört durch Hellersdorf marschieren und rufen hiermit zu lautstarkem Gegenprotest auf. Wir wollen zeigen, dass Hellersdorf bunt, vielfältig und tolerant ist. Mit mehreren Kundgebungen wollen wir – Initiativen, demokratische Parteien und Einzelpersonen – dem braunen Spuk bunten Protest entgegensetzen.

Wir sagen klar und deutlich: Refugees are welcome – auch in Marzahn-Hellersdorf!

26. Oktober 2013 – ab 11 Uhr
Kundgebungen:
U5-Bhf. Neue Grottkauer Str.
Maxie-Wander-Str. / Etkar-Andre-Str.
Glauchauer Str./Klingenthaler Str.
Riesaer Str./Nossener Str.
Abschlusskundgebung: Alice-Salomon-Platz

PeWoBe wirft Deutschkurs für Geflüchtete raus

Ehrenamtliches Engagement scheint in der Erst- und Notaufnahme für Asylsuchende in Berlin-Grünau unerwünscht. Die PeWoBe (Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft mbH) hat als Betreiberfirma der Unterkunft dem Deutschkurs-Angebot des Vereins Multitude e.V. ein schnelles Ende bereitet. (mehr…)

Voßberger Heim jetzt kinderreich

21.10.2013 MOZ

Die ersten 30 von insgesamt 50 für die Unterbringung in Voßberg vorgesehenen Asylbewerber sind am Montag eingezogen. Am 30. Oktober wird der Rest aus der Zentralen Aufnahmestelle Eisenhüttenstadt erwartet. Zur Begrüßung waren auch einige Letschiner gekommen. (mehr…)

(Unvollständige) Chronik der Brandanschläge

(Unvollständige) Chronik der jüngsten Brandanschläge gegen von Migrant_innen bewohnte Häuser:

16.08.2013, Brandsatz auf Luckenwalder „Asylheim“ geworfen (Brandenburg) (MAZ)
16.09.2013, Brandanschlag auf zukünftige Flüchtlingsunterkunft in Premnitz (Brandenburg) (PNN)
07.10.2013, Brandanschlag auf Asylbewerberheim in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) (NDR)
09.10.2013, Brandstiftung an von Roma-Familien bewohntem Haus in Duisburg (NRW) (DerWesten)
17.10.2013: Brandstiftung auf Asylbewerberunterkunft in Gemünden am Main (Bayern) (BR)
19.10.2013, Brandanschlag auf Asylunterkunft in Wehr (Baden-Württemberg), (Südkurier)
21.10.2013, Brandanschlag auf Sinti und Roma-Zentrum in Oldenburg (Niedersachsen), TAZ

“Call for a step against violence against women: no Lager for women!”

In a “Gemeinschaftsunterkunft” for asylum seekers in Brandenburg at the end of September: A young women is severely maltreated and threatened by her ex-partner who lives in the same accommodation. Seeking help, she turns to staff members of the “Heim” and gets the “advice” to lock herself in her room to protect herself. Nobody belonging to the staff of the “Heim” feels responsible for her protection when using the shared kitchen or the shared sanitary facilities. Other female inhabitants of the accommodation inform activists of ‘Women in Exile’, a Brandenburg self-organisation of refugee women. They pick the woman up at the “Heim”, accompany her to a hospital to have her injuries treated, and afterwards to a police station. There she files charges and the police find her a protected flat for women. The women of Women in Exile bring her by taxi to the safe flat which is about 20 km away.
Violence against women it no isolated incident and in Germany there are laws and support organisations to protect of victims of “domestic violence”. The woman would have been in a different situation if she and her child of 2 months had been living in an own flat: She would have called the police and they would have been responsible for protecting her. Following consultation with her either the perpetrator of violence would have been “sent away” or the police would have brought her to a safe flat.
Due to the lack of privacy in collective accommodation refugee women are especially exposed to violence.

This is one of the reasons why Women in Exile & Friends initiated the appeal “Call for a step against violence against women: no Lager for women!”.It is supported by many antiracist, feminist and human rights organisations. On the occasion of the 25/11/2013, the international day against violence against women, we demand from all decicision-makers to abolish accommodation of refugee women in Lagers.

You can sign the appeal here:
https://www.openpetition.de/petition/online/aufruf-zu-einem-schritt-gegen-gewalt-gegen-frauen-keine-lager-fuer-frauen (mehr…)

„Aufruf zu einem Schritt gegen Gewalt gegen Frauen: Keine Lager für Frauen!“

In einer „Gemeinschaftsunterkunft“ für Asylsuchende in Brandenburg Ende September: Eine junge Frau wird von ihrem Ex-Partner, der in derselben Unterkunft lebt, schwer misshandelt und bedroht. Sie wendet sich hilfesuchend an MitarbeiterInnen des „Heims“ und bekommt den „Rat“, sie solle sich zu ihrem Schutz in ihrem Zimmer einschließen. Für ihren Schutz während der Benutzung der Gemeinschaftsküche und der gemeinschaftlich genutzten Sanitärräume fühlt sich vom Personal der Unterkunft niemand zuständig. Andere Bewohnerinnen der Unterkunft informieren Aktivistinnen von ‚Women in Exile’, eine Brandenburger Selbstorganisation von Flüchtlingsfrauen. Diese holen die Frau in der Unterkunft ab, begleiten sie zunächst ins Krankenhaus, um ihre Verletzungen versorgen zu lassen, und anschließend auf eine Polizeiwache. Dort erstattet sie Anzeige und die Polizei vermittelt eine Frauenschutzwohnung. In die ca. 20 km entfernte Schutzwohnung bringen die Frauen von Women in Exile sie mit dem Taxi.
Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall und in Deutschland gibt es Gesetze und Hilfsorganisationen zum Schutz der Opfer von „häuslicher Gewalt“. Die Frau wäre in einer anderen Situation gewesen, wenn sie mit ihrem 2 Monate alten Kind in einer eigenen Wohnung gewohnt hätte: Sie hätte die Polizei gerufen und diese wäre für ihren Schutz verantwortlich gewesen. In Absprache mit ihr wäre entweder der Gewalttäter „weg gewiesen“ worden oder die Polizei hätte sie in eine Schutzwohnung gebracht.
Durch den Mangel an Privatsphäre in Sammelunterkünften sind Flüchtlingsfrauen in besonderem Maße Gewalt ausgesetzt.

Deshalb haben ‚Women in Exile and Friends‘ den „Aufruf zu einem Schritt gegen Gewalt gegen Frauen: Keine Lager für Frauen!“ initiiert, der von zahlreichen antirassistische, feministischen und Menschenrechtsorganisationen unterstützt wird. Anlässlich des 25.11.2013, dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, fordern sie von allen EntscheidungsträgerInnen, alle Lager abzuschaffen oder zumindest es möglich zu machen, dass Flüchtlingsfrauen Wohnungen bekommen. (mehr…)

Geplantes Asylheim in Premnitz: Befürwortung, trotz Ängste

Landkreis informierte zum geplanten Heim / Diskussion mit Bürger_innen offenbarte weitgehende Befürwortung, vereinzelt aber auch Ängste

Es war kein Heimspiel für den havelländischen Landrat Burkhard Schröder (SPD), gestern bei der Informationsveranstaltung des Landkreises zum Umbau der ehemaligen Förderschule in der Waldstraße zum Heim für Asylsuchende in Premnitz. Dennoch war der Kreischef um Sachlichkeit und eine transparente Darstellung des Entscheidungsprozesses bemüht. Dazu hatte er sich auch seinen Sozialdezernten Wolfgang Gall sowie einen Vertreter aus der Kreisbaubehörde als Verstärkung mitgebracht. Weiterhin nahmen der Bürgermeister von Premnitz, Roy Wallenta, und Lutz Gündel, Leiter der Polizeiinspektion Havelland, auf dem Podium platz. (mehr…)

19.10.2013 Tagesspiegel: Rechte machen Stimmung gegen Flüchtlingsheim

19.10.2013 Tagesspiegel: Rechte machen Stimmung gegen Flüchtlingsheim

Auch in Brandenburg machen Rechtsextreme immer stärker Stimmung gegen Flüchtlinge und neue Asylbewerberheime – und in der Bevölkerung kommt das ähnlich wie jüngst in Hellersdorf teilweise durchaus an. So wie jetzt in Pätz, einem kleinen Dorf bei Königs Wusterhausen. Dort soll ein Heim für 150 Flüchtlinge eingerichtet werden. Die Stimmung ist dort eher feindlich, im Gegensatz etwa zur Landeshauptstadt Potsdam, wo Flüchtlinge gerade in Wohnungen mitten in der Stadt untergebracht werden, nach anfänglichen Bedenken akzeptiert von den Anwohnern. (mehr…)

Morgen: Bürgerversammlung in Pätz bei Bestensee

Der Ordnungsamtsleiter lädt öffentlich ein und Nazis mobilisieren und bedanken sich. Nichts gelernt aus der Veranstaltung am „braunen Dienstag“ in Hellersdorf, als Nazis und Rassist_innen eine ganze Veranstaltung mit ihrer Hetze übernahmen sowie sprengten? Scheint so … es sei denn, es wäre absichtlich. „Deshalb laden der Landkreis Dahme-Spreewald und die Gemeinde Bestensee zu einer Informationsveranstaltung über den Ausbau dieser Heimstätte und auch der gesetzlichen Lage innerhalb dieser Flüchtlingsproblematik ein. … Alle interessierten Bürger und Einwohner sind hierzu eingeladen.“ heißt es auf der Webseite.
Déjà-vu? Prompt nehmen Nazis und Rassist_innen diese nette öffentliche Veranstaltung zum Anlass überregional zu mobilisieren. Eine Facebookseite „Nein zum Heim in Pätz – Wir stellen uns quer“ mit derzeit 1240 Likes und zahlreichen dort vertretenen Nazis und Rassist_innen hetzt gegen die Geflüchteten sowie deren Unterbringung und kündigt mit Verweis auf Flyerverteilaktionen der NPD/JN „Weitere Aktionen werden folgen.“ an.
Dagegen versucht eine Facebookseite „Pro Asyl Pätz“ Unterstützung für die Geflüchteten zu mobilisieren. Nach den Erfahrungswerten von Hellersdorf, dürfte diese öffentliche Infoveranstaltung mit der Gefahr der Vereinnahmung durch Nazis und Rassist_innen so nicht stattfinden. Sie bietet als öffentliche Veranstaltung für alle so genannten „Interessierten“ den Raum für Nazis, diesen als Podium für ihre menschenverachtende Hetze zu benutzen. Von einer Absage und Neuansetzung dieser Veranstaltung unter anderen Konstellationen und einem tragfähigem Konzept, dass Nazis und Rassist_innen in die Schranken weisen könnte, ist bisher nichts bekannt.

Kein Podium für Nazis und Rassist_innen! Hetze gegen Geflüchtete verhindern! 17.Oktober 2013 um 19.00 Uhr in der Mensa des Technolgie- und Bildungszentrum gGmbH, Fernstraße 27, in Bestensee OT Pätz.

Alle Antifaschist_innen und Antirassist_innen sind herzlich eingeladen!
Reist am besten in Gruppen und mit fahrbaren Untersätzen an! Der Bahnhof Bestensee ist doch etwas weiter entfernt!

15.10.2013 Berliner Zeitung: Kein Heim für Flüchtlinge im Industriegebiet

15.10.2013 Berliner Zeitung: Kein Heim für Flüchtlinge im Industriegebiet

Im Bezirk Lichtenberg wird es vorerst kein neues Flüchtlingsheim geben, Bislang war eine neue Einrichtung in der Herzbergstraße geplant. Diese befindet sich aber mitten im Industriegebiet und erhält deswegen keine Nutzungsgenehmigung als Wohngebäude. (mehr…)

14.10.2013 Morgenpost: Hunderte Flüchtlinge verlassen Heim in Eisenhüttenstadt

14.10.2013 Morgenpost: Hunderte Flüchtlinge verlassen Heim in Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt – Mehr als 300 Flüchtlinge ziehen bis zum Monatsende aus der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) in andere Orte Brandenburgs. «Damit entspannt sich die Situation», sagte Frank Nürnberger, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, am Montag nach einem Besuch von Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD). (mehr…)

08.10.2013 RBB: Neue Notunterkunft für Flüchtlinge in Gatow eröffnet

Vivantesklinikum stellt Räume zur Verfügung – Neue Notunterkunft für Flüchtlinge in Gatow eröffnet

Im Berliner Ortsteil Gatow können jetzt noch mehr Flüchtlinge aufgenommen werden. Ein ehemaliges Altenheim auf dem Vivantes-Gelände soll vorübergehend als Notunterkunft dienen und 150 Menschen Platz bieten.
In Berlin ist eine weitere Notunterkunft für Flüchtlinge in Betrieb genommen worden. Es handelt sich um ein Gebäude auf dem Vivantes-Gelände in Gatow. Dort sind laut Landesamt für Gesundheit und Soziales bereits 100 Flüchtlinge untergebracht; bis zu 150 Menschen hätten Platz. (mehr…)

8.10.2013 Berliner Stadtmission: „Maria und Josef waren auch Flüchtlinge“

Berliner Stadtmission: „Maria und Josef waren auch Flüchtlinge“

Spätestens das dramatische Bootsunglück vor Lampedusa hat die Öffentlichkeit aufhorchen lassen: Tausende versuchen über Europas Küsten Armut und Krieg zu entkommen. In Berlin kümmern sich Christen um Flüchtlinge, die es bis nach Deutschland schaffen.
Zuletzt war aus Berlin wenig Gutes zu hören, wenn es um das Thema Flüchtlinge ging. Im Stadtteil Hellersdorf demonstrierten Neonazis und Anwohner gegen Neuankömmlinge aus Syrien. In Brandenburg schmierten Rechte Parolen an die Hauswand eines Erstaufnahmelagers. Ein herzliches Willkommen sieht anders aus. Sechs Quadratmeter stehen einem Flüchtling per Gesetz in der Hauptstadt zu. Erwachsene Männer teilen sich ihr Zimmer vielerorts mit drei oder vier Leidensgenossen, Toiletten gibt es auf den Gängen, gekocht wird in Gemeinschaftsküchen. Privatsphäre ist den meisten im wahrsten Sinne ein Fremdwort. (mehr…)

Stadt Brandenburg: DRK betreibt Flüchtlingsheim

MAZ: Genug Platz, aber Personalsorgen

Wie Asylbewerber in Potsdam-Mittelmark und Havelland untergebracht werden können, ist sehr unterschiedlich. In einigen Regionen fehlen Räume, in anderen Gebieten ist Raummangel kein Thema. In Brandenburg an der Havel gibt es genügend Unterkünfte, einige stehen sogar leer. Die MAZ hat sich umgehört, wie die Situation vor Ort ist.

Brandenburg an der Havel. Die Probleme in der Region bezüglich der Betreuung und Unterbringung der steigenden Zahl von Asylbewerbern könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark fehlen Räume. Im Havelland müssen zusätzliche Gebäude für Asylbewerber bereitgestellt werden, was zu Problemen mit Anwohnern führt. In Brandenburg an der Havel hingegen ist Raummangel kein Thema.

In Brandenburg steht sogar eine ganze Etage, die zwar sanierungsbedürftig ist, derzeit ungenutzt leer. Das Zusammenleben mit der Nachbarschaft im Stadtteil Nord gilt nach Angaben von Polizeisprecherin Jana Birnbaum als entspannt. In dem Haus waren schon zu DDR-Zeiten Vertragsarbeiter aus Vietnam untergebracht. Es knirscht in der personellen Ausstattung der Einrichtung, in der derzeit 162 Flüchtlinge leben. Wolfgang Reitsch, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), plagen Personalnöte im Asylbewerberheim. Er kämpft um zwei weitere Stellen dort. Derzeit ist Heimleiter Rainer Kelch zusätzlich in Personalunion Hausmeister und Sozialarbeiter.

Das DRK betreibt im Auftrag der Stadt Brandenburg die Unterkunft. „Wir brauchen eine dritte Sozialarbeiterstelle im Asylbewerberheim“, sagt Reitsch. Er verhandele darüber gerade mit der Stadtverwaltung.
Kerstin Schöbe, Fachbereichsleiterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, sagte dazu, die Abstimmung zu weiterem Stellenbedarf werde wegen der steigenden Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge Bestandteil der Kostenverhandlungen für das nächste Jahr sein. Mit anderen Worten: Dieses Jahr muss es noch so gehen. Dabei würde Reitsch lieber gestern als heute für personelle Entlastung in dem Heim sorgen.

Die Situation wird in den kommenden Wochen dort noch angespannter: Bis Jahresende kommen 20 weitere Flüchtlinge hinzu, unter anderem aus Syrien, Pakistan, Kenia und dem Irak. Einige der jetzigen Bewohner des Heims werden Reitsch zufolge ausziehen, weil sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Dadurch wird sich die Zahl der Bewohner im Heim auf etwa 170 einpendeln.

Derzeit arbeiten im Asylbewerberheim in Brandenburg/Havel neben Kelch eine Sozialarbeiterin und im Wechsel fünf Helfer am Empfang, die an den Wochenenden auch eine „soziale Betreuungsfunktion“, wie Reitsch es sagt, ausüben.
Das heißt, die Männer und Frauen organisieren ärztliche Hilfe, wenn einer der Bewohner erkrankt, und achten darauf, dass Fremde nicht einfach Zutritt erlangen.

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Genug-Platz-aber-Personalsorgen

Sonntag: teltow demonstriert gegen Rassismus

Demonstration gegen Rassimus und Gewalt
am Sonntag, den 6. Oktober in Teltow

Wir, einige Geflüchtete und Unterstützer_innen aus Teltow und darüber hinaus, wollen Aufmerksamkeit auf eine Bedrohung lenken. Eine Bedrohung der Geflüchtete und Muslime in Teltow in den letzten Wochen ausgesetzt sind.
Seit Anfang September sind zahllose rassistische Aufkleber rund um das ‚Flüchtlings-Lager‘ und Umgebung aufgetaucht. Unter anderem beinhalten die Sticker Diskriminierung von Muslimen und ihrem Glauben. Außerdem sehen einige Sticker wie Antifa-Sticker aus, wahrscheinlich um die Antifa verantwortlich zu machen.
Während Geflüchtete die Sticker entfernt haben wurden sie von Rassit_innen beleidigt und angegriffen. Am 8. September wurde ein weiterer Geflüchteter aus dem Lager in Teltow auf der Straße von Rassist_innen zusammen geschlagen.
Wir werden diesen rassistischen Hass nicht länger hinnehmen! Wir wollen nicht länger am Stadtrand wohnen, wo Hass gegen Muslime und rassistische Angriffe tagtäglich passieren. Deswegen werden wir uns nicht verstecken und keine Erniedrigungen mehr akzeptieren.

Wir rufen euch auf am 6. Oktober gemeinsam die rassistischen und antimuslimischen Sticker entfernen! Kommt zur Demonstration für eine offene und menschliche Gesellschaft.

*Treffpunkt in Teltow: 14:00 am Lager in der Potsdamer Straße 5*
*Treffpunkt in Berlin: 12:00 im Protestcamp Oranienplatz*
*Zusammen gegen Rassismus und Ausschluss!*
*Für ein Leben ohne Angst! *

1500 demonstrierten durch Hellersdorf!

Am heutigen Donnerstag sind 1500 Menschen in einer Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft – Gegen Rassismus“ als das seit Jahren größte politische Symbol durch Berlin-Hellersdorf und Kaulsdorf gezogen. Anlass waren die Konflikte um die Einrichtung und den Bezug einer Unterkunft für Asylsuchende in der Carola-Neher-Straße.


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2.10.2013 Morgenpost: Potsdam quartiert Flüchtlinge mitten in der Stadt ein

2.10.2013 Morgenpost: Potsdam quartiert Flüchtlinge mitten in der Stadt ein

Tür an Tür mit alteingesessenen Mietern sollen demnächst Flüchtlinge in Potsdam unterkommen. Die Anwohner machen sich Sorgen, sind aber offen für das Experiment auf Zeit.


Flüchtlingsheime in Brandenburg

Hässliche Szenen wie die vor dem Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf müssen Neuankömmlinge in Potsdam-West nicht fürchten. Das machen die mehr als 100 Anwohner bei der Bürgerveranstaltung deutlich. Offen, wenn auch nicht frei von Sorgen, reagieren sie auf die Pläne der Stadt, Flüchtlinge in Wohnungen inmitten der Stadt einzuquartieren. Tür an Tür mit alteingesessenen Mietern. Aufatmen bei der Sozialbeigeordneten Elona Müller-Preinesberger (parteilos), die damit in Potsdam einen landesweit bislang einzigartigen Weg beschreiten will. (mehr…)