Stadt Brandenburg: DRK betreibt Flüchtlingsheim

MAZ: Genug Platz, aber Personalsorgen

Wie Asylbewerber in Potsdam-Mittelmark und Havelland untergebracht werden können, ist sehr unterschiedlich. In einigen Regionen fehlen Räume, in anderen Gebieten ist Raummangel kein Thema. In Brandenburg an der Havel gibt es genügend Unterkünfte, einige stehen sogar leer. Die MAZ hat sich umgehört, wie die Situation vor Ort ist.

Brandenburg an der Havel. Die Probleme in der Region bezüglich der Betreuung und Unterbringung der steigenden Zahl von Asylbewerbern könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark fehlen Räume. Im Havelland müssen zusätzliche Gebäude für Asylbewerber bereitgestellt werden, was zu Problemen mit Anwohnern führt. In Brandenburg an der Havel hingegen ist Raummangel kein Thema.

In Brandenburg steht sogar eine ganze Etage, die zwar sanierungsbedürftig ist, derzeit ungenutzt leer. Das Zusammenleben mit der Nachbarschaft im Stadtteil Nord gilt nach Angaben von Polizeisprecherin Jana Birnbaum als entspannt. In dem Haus waren schon zu DDR-Zeiten Vertragsarbeiter aus Vietnam untergebracht. Es knirscht in der personellen Ausstattung der Einrichtung, in der derzeit 162 Flüchtlinge leben. Wolfgang Reitsch, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), plagen Personalnöte im Asylbewerberheim. Er kämpft um zwei weitere Stellen dort. Derzeit ist Heimleiter Rainer Kelch zusätzlich in Personalunion Hausmeister und Sozialarbeiter.

Das DRK betreibt im Auftrag der Stadt Brandenburg die Unterkunft. „Wir brauchen eine dritte Sozialarbeiterstelle im Asylbewerberheim“, sagt Reitsch. Er verhandele darüber gerade mit der Stadtverwaltung.
Kerstin Schöbe, Fachbereichsleiterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, sagte dazu, die Abstimmung zu weiterem Stellenbedarf werde wegen der steigenden Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge Bestandteil der Kostenverhandlungen für das nächste Jahr sein. Mit anderen Worten: Dieses Jahr muss es noch so gehen. Dabei würde Reitsch lieber gestern als heute für personelle Entlastung in dem Heim sorgen.

Die Situation wird in den kommenden Wochen dort noch angespannter: Bis Jahresende kommen 20 weitere Flüchtlinge hinzu, unter anderem aus Syrien, Pakistan, Kenia und dem Irak. Einige der jetzigen Bewohner des Heims werden Reitsch zufolge ausziehen, weil sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Dadurch wird sich die Zahl der Bewohner im Heim auf etwa 170 einpendeln.

Derzeit arbeiten im Asylbewerberheim in Brandenburg/Havel neben Kelch eine Sozialarbeiterin und im Wechsel fünf Helfer am Empfang, die an den Wochenenden auch eine „soziale Betreuungsfunktion“, wie Reitsch es sagt, ausüben.
Das heißt, die Männer und Frauen organisieren ärztliche Hilfe, wenn einer der Bewohner erkrankt, und achten darauf, dass Fremde nicht einfach Zutritt erlangen.

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