Jüterbog: Flüchtlingsheim wird im Frühjahr eröffnet

15.01.2014 MAZ: Flüchtlingsheim wird im Frühjahr eröffnet

Vor allem für Flüchtlinge aus Tschetschenien und aus den syrischen Bürgerkriegswirren werden Unterkünfte gebraucht, das ist seit Monaten bekannt. In Jüterbog soll das 2005 geschlossene Übergangswohnheim den Asylsuchenden zur Verfügung stehen. Aber dafür muss es hergerichtet werden. Das Gebäude gehört dem Landkreis.

Bislang drängte die Zeit nicht. Nun aber doch. Die Handwerker sind schon bei der Arbeit – die Heizung wird gewartet, die Sanitärinstallation vorbereitet. „Das habe ich nur durch Zufall erfahren“, ärgert sich Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue.

Dabei hatte der Bürgermeister noch im September den Stadtverordneten erklärt, dass „Jüterbog in naher Zukunft nicht in der unmittelbaren Planung ist“. Sollte jedoch der Andrang der Flüchtlinge sehr groß sein, wäre „nicht ausgeschlossen, dass schnell gehandelt werden müsse“, sagte er damals. Beim Kreis habe man ihm auf Nachfrage erklärt, dass 2014 lediglich die Unterbringung in Luckenwalde und Ludwigsfelde vorgesehen sei.

Schwerer als die Qualität des Informationsflusses wiegt jedoch die Tatsache, dass die Bedingungen für die Aufnahme der Flüchtlinge problematisch sind. „Bei 130 Menschen kann man sicherlich mit 20 bis 30 Kindern rechnen. Die Stadt muss ein Sozialpaket vorhalten. Aber unsere Kindertagesstätten und die Schulen sind voll“, sagt Arne Raue. Gute Bedingungen aus dem Stand zu schaffen, sei kaum möglich.

„Das Schicksal der meisten auf der Flucht befindlichen Menschen erfordert ein konsequentes Handeln der Behörden“, sagt Arne Raue weiter. „Dazu ist die Stadt Jüterbog bereit, es muss allerdings entsprechend von den zuständigen Behörden vorbereitet werden.“ Er wäre sehr erschrocken, so Raue, wenn der Kreis tatsächlich konkrete Vorbereitungen für eine kurzfristige Unterbringung in Jüterbog getroffen und das Rathaus nicht informiert hätte.

„Wir bedauern sehr, dass der Bürgermeister der Stadt Jüterbog sich in Sachen Eröffnungstermin Asylbewerberheim Waldauer Weg ungenügend informiert fühlt“, sagt Michael Klinkmüller, Leiter des Sachgebietes Ausländer- und Personenstandswesen im Ordnungsamt des Landkreises, auf MAZ-Nachfrage. Man lege nämlich großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, nicht nur bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Arne Raue sei im Juni und im August über die Pläne des Kreises informiert worden, der Kreistag habe im September über die Wiedereröffnung des Heimes abgestimmt. Dass sie zum 1. Mai 2014 geplant ist, wurde veröffentlicht und sei im Bürgerinformationssystem des Kreistags für jedermann einsehbar. Darüber hinaus habe der Leiter der Ausländerbehörde in der Dienstberatung der Bürgermeister und des Amtsdirektors bei der Landrätin am 20. September 2013 die Problematik Asylbewerber thematisiert und über die geplante Eröffnung des Heimes, voraussichtlich im zweiten Quartal 2014, informiert. „Herr Raue war bei der Beratung anwesend, das Protokoll wurde der Stadt Jüterbog am 4. Dezember 2013 per E-Mail übermittelt“, sagt Michael Klinkmüller. „Wir bedauern Herrn Raues Verärgerung und werden, wie bereits mehrfach betont, alle weiteren Schritte detailliert mit der Stadt Jüterbog abstimmen“, verspricht er.

http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Jueterboger-Buergermeister-fuehlt-sich-schlecht-informiert-ueber-Eroeffnung-des-Fluechtlingsheims