Brandenburg baut neue Flüchtlingsunterkünfte

29.01.2014 RBB: Brandenburg baut neue Flüchtlingsunterkünfte

Brandenburg braucht zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte, denn die Zahl der Asylbewerber soll im Jahr 2014 weiter steigen. Das Land hat darauf reagiert und im Dezember fünf Millionen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Und auch in den Landkreisen tut sich jetzt was: in Falkensee zum Beispiel werden derzeit neue Unterkünfte für 80 Flüchtlinge gebaut.
Kein Container, kein Hochhaus soll entstehen, sondern zwei Häuser mit drei Etagen und ganz normalen Wohnungen. Und zwar neben einem Friedhof in Falkensee, unweit eines Museums. In der vergangenen Woche hat Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) den Planungsauftrag für die neuen Flüchtlingsunterkünfte für 80 Menschen vergeben, im April 2015 sollen die Häuser fertig sein.
Wenn die Flüchtlingszahlen wieder zurückgehen, sollen die Wohnungen vermietet werden, so Heiko Müller. „Wir können diese Wohnungen hervorragend brauchen, um auch Wohnraum für ältere Leute und für junge Familien Wohnraum anbieten zu können, der möglichst dann auch bezahlbar ist.“

In Premnitz gab es Diskussionen über ein neues Flüchtlingsheim
Leerstehende Wohnungen gebe es in Falkensee nicht, an einem Neubau führe daher kein Weg vorbei, sagt Heiko Müller. Auf der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend wollte der Bürgermeister das Bauvorhaben präsentieren. Er ist zuversichtlich, dass die Pläne die Zustimmung der Falkenseer finden. Das hofft auch Landrat Burkhart Schröder (SPD), denn 70 Kilometer weiter westlich in Premnitz hatte es lange Diskussionen über ein geplantes Heim und zudem einen Brandanschlag auf ein bestehendes Heim gegeben.
Und auch in Rathenow, wo derzeit rund 160 Flüchtlinge leben, ist Schröder mehrfach von Bürgern angesprochen worden. „Die haben Sorge um Grundstücksentwertungen in ihrem Umfeld und Ängste in Fragen der Sicherheit, die Sprachbarrieren tun ihr übriges. Und das muss man alles erklären. Aber so zu tun, dass das alles selbstverständlich reibungslos zu laufen hat, und alle, die dann meckern, sind Neonazis, diese Rechnung ist zu einfach“, argumentiert der Landrat.

Im Havelland sind bislang nur wenige Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht
Allerdings scheint Schröder bislang doch Bedenken gehabt zu haben, dass es im Kreis Havelland zu Überfällen auf Asylbewerber kommen könnte. Denn im Kreis leben bislang nur wenige Flüchtlinge in Wohnungen. Aus Sicherheitsbedenken habe man bisher davon abgesehen, denn Gemeinschaftsunterkünfte könnten von Wachmännern beschützt werden, einzelne Wohnungen nicht.
Doch es ist das erklärte Ziel der Landesregierung, mehr Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, die beiden Wohnhäuser in Falkensee sind aus dieser Perspektive ein Schritt in die richtige Richtung. Sie werden auch Entlastung bringen für die Gemeinschaftsunterkunft in Rathenow, die teilweise überbelegt ist – dies erzeugte Unmut bei manchen Anwohnern. Es wird also noch einiges an Überzeugungsarbeit brauchen, um in diesem Jahr die 900 zusätzlich benötigten Asylbewerberplätze in Brandenburg zu schaffen.

http://www.rbb-online.de/politik/thema/streit-um-fluechtlingsheime/beitraege/Asylbewerber-Brandenburg-Unterkuenfte.html