Licht und Schatten: Rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Die Unterstützung bei rassistischer Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt verliert sich bislang in wissenschaftlichen Studien.

Die Verwaltung arbeitet ordentlich und wissenschaftlich. Das dauert dann eben etwas länger …
Wie berichtet beschäftigt sich das Berliner Abgeordnetenhaus sowie die Berliner Verwaltung aktuell nicht mehr mit diesem Thema. Das Vorhaben, eine Studie zum Thema zu erstellen (Landesaktionsplan gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung mit Schwerpunkt auf den Arbeits- und Handlungsfeldern der Senatsverwaltungen, S. 27f.) wurde nicht wie geplant bis Ende 2013 umgesetzt. Statt dessen wurde nun die Antidiskriminierungsstelle des Bundes damit beauftragt.
Diese hat ihren Arbeitsschwerpunkt weniger bei Formen rassistischer Diskriminierung, aber arbeitet daran … Anders als im Oktober 2013 verlautbart wird diese Untersuchung erst im Herbst 2014 im Anschluss an eine entsprechende Tagung unter Federführung des „Europäischen Forums für Migrationsstudien“ erscheinen.

Das Beratungs- und Unterstützungsangebot ist bislang wenig wirkungsvoll
Die geplante „Zentrale Anlaufstelle für Menschen, die sich auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert fühlen“ hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ebenfalls (noch) nicht eingerichtet. Es gibt dort keinerlei Informationen zum Thema. Die zentralen Anlaufstellen wurden ausgegliedert an das das „Berliner Beratungsnetzwerk Antidiskriminierung“.
Zuständig für die Hilfe bei rassistischer Diskriminierung, u.a. auf dem Wohnungsmarkt, ist das Antidiskriminierungsnetzwerk (ADNB) des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg.
Die Dokumentation der Tätigkeit dort lässt vermuten, dass sich betroffene Menschen aber selten melden, obwohl diese Stellen laut einer Studie mehr als einem Viertel der Menschen bekannt sein soll.

Neue Beratungsstelle für Flüchtlinge auf Wohnungssuche
In wenigen Tagen wird es endlich eine externe Beratungs- und Unterstützungsstelle für AsylbewerberInnen auf Wohnungssuche geben.
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales – bislang zuständig für Genehmigungen und auch für die praktische Unterstützung – hat endlich ihre mangelhafte Arbeit zumindest für ein Jahr ausgelagert und ist damit eine langjährigen Forderung u. a. des Flüchtlingsrates Berlin nachgekommen. An diese Stelle können sich Interessierte wenden. Es ist sehr wünschenswert, wenn Wohnungs- oder WG-Zimmer-Angebote an den EJF gemeldet würden.

Weiterführende Verweise:
- Wohnungsmarkt. Wenn Benachteiligung sichtbar wird (migazin.de)
- Sendung. Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Mietvertrag nur für
Deutsche, 22.10.2013 (Frontal21)
- Diskriminierung bei der Wohnungssuche. Wenn Vermieter nur noch abwimmeln (migazin.de)
- Berlin-West : höchste Diskriminierungsrate! Ethnische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Experimentelle Testung von Theorien unter Identifikation von Messfehlern, Frühjahrstagung der Sektion Modellbildung und Simulation der DGS Universität Konstanz, 22. März 2013 (sozio.ethz.ch)
- Erstmals erforscht. Diskriminierung von Migranten beim Wohneigentumserwerb (migazin.de)
- Deutscher Name – halbe Miete? Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, April 2010 (berlin.de)
- Ausländische Namen. Wohnungssuche mit ausländischem Namen schwieriger (migazin.de)