Jesuiten erschüttert über Brandanschlag

20.03.2014 katholisch.de: Jesuiten erschüttert über Brandanschlag

Anlässlich der Übergriffe auf Flüchtlinge und ihre Helfer in Berlin-Hellersdorf hat sich der Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) in Deutschland, Pater Frido Pflüger, zu Wort gemeldet. Er erwarte ein „klares politisches Signal“, dass Flüchtlinge in Deutschland willkommen seien, sagte Pflüger am Donnerstag in Berlin. Zugleich warnte er davor, das Thema in den kommenden Wahlkämpfen zu missbrauchen.
Der Jesuit äußerte sich erschüttert über den Verdacht, dass das Auto einer Helferin des Hellersdorfer Flüchtlingsheims aus politischen Gründen angezündet wurde. Mit Blick auf den Brandanschlag vom vergangenen Wochenende ermittelt weiter der Staatsschutz. Dies erfolge stets, wenn entsprechende Verdachtsmomente vorlägen, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Wenn die Vermutungen zuträfen, wäre dies ein „großes Armutszeugnis“, betonte Pflüger. „Es wäre ein Schlag gegen unsere humanitären Traditionen.“

Hetzjagden auf Migranten
Bei dem im vergangenen Sommer eröffneten Flüchtlingsheim gibt es immer wieder fremdenfeindliche Attacken auf Bewohner und ihre Helfer. Bislang handelte es sich unter anderem um Hetzjagden auf Migranten und Böllerexplosionen.
Der JRS wurde 1980 wegen der verzweifelten Lage vietnamesischer Bootsflüchtlinge gegründet. Heute begleiten seine weltweit etwa 1.000 Mitarbeiter über eine halbe Million Flüchtlinge und Zuwanderer in mehr als 50 Ländern. So leisten sie in Deutschland Seelsorge und Rechtshilfe für Abschiebungshäftlinge und Zuwanderer ohne Aufenthaltsstatus in Berlin, Brandenburg und Bayern. (KNA)

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