Bildungssenatorin lobt Pankower Integrationsbemühungen

26.5. Berliner Abendblatt
Gut untergebracht

An der Tafel im Foyer des Flüchtlingsheims in der Mühlenstraße hängt das Tagesprogramm. Um 15 Uhr steht Sport mit dem Pfefferwerk für die Sechs- bis Neunjährigen auf dem Plan. Daneben hängen Flyer für gemeinsames Basteln und kostenlose Volkshochschulkurse. Und dann steht da noch der Besuch von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf der Tafel. Sie hat sich angekündigt, um sich von der Situation vor Ort zu überzeugen und gleich noch die neue Bildungs-DVD des Senats für Asylbewerber vorzustellen.

Gute Atmosphäre
Dass es in Pankow vorbildlich läuft, Senat, Bezirk, Heimleitung und soziale Träger zum Wohle der Flüchtlinge an einem Strang ziehen, darüber war sich die Delegation um Senatorin Scheeres einig. „Der Bezirk kann stolz sein auf diese Einrichtung, die Integration funktioniert hier sehr gut. Es herrscht eine Atmosphäre des Willkommens in Pankow“, sagte Scheeres. Im Blick hatte sie dabei vor allem die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen. Und die ist im Bezirk mit seinem immensen Schüleraufkommen bekanntlich nicht gerade einfach, sagte Pankows Sozial- und Schulsstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD).
Etwa 220 Flüchtlinge leben in dem umgebauten Bürohaus in der Mühlenstraße, darunter rund 80 Kinder bis 16 Jahre. 15 davon gehen in die Kita, 40 in die umliegenden Schulen, von der Klecks-Kita bis zur Max-Dellbrück-Oberschule. Über die vielen Kitakinder waren die Anwesenden besonders froh. Anders als für die Schule besteht keine Kitapflicht. „Die Kita ist aber sehr wichtig um die Sprache zu lernen. Integration sollte so früh wie möglich beginnen“, so Scheeres weiter. Oft haben die Flüchtlinge traumatische Erfahrungen hinter sich, entkamen aus Krisen- und Kriegsgebieten in Syrien, Irak, Afghanistan oder Pakistan. Vertrauen aufzubauen, gerade auch in das deutsche Bildungssystem, sei da eine wichtige Aufgabe.

Eltern überzeugen
Um die Eltern von den Vorteilen des Kitabesuchs ihrer Schützlinge zu überzeugen, stellte die Senatorin eine neue DVD des Senats vor. Sie zeigt in kurzen Filmen und auf fünf Sprachen, welche Vorteile etwa das frühe Lernen und der Sport haben. Die DVD wird nun in allen Berliner Flüchtlingsheimen verteilt.In Pankow hat die Integration bislang auch daher gut funktioniert, weil der Bezirk frühzeitig auf die Bevölkerung und Akteure zugegangen ist. In Arbeitskreisen mit dem örtlichen Stadtteilzentrum, Vereinen und sozialen Trägern wurde schon Monate vor der Eröffnung im vergangenen Dezember intensiv an der Versorgung der Flüchtlinge mit Bildung, Beratung und Sport gefeilt. Die Pankower selbst unterstützen die Flüchtlinge mit zahlreichen Spenden und ehrenamtlichem Einsatz in den Arbeitsgruppen.

Neue Standorte
Das sollte möglichst auch in anderen Kiezen funktionieren. Denn die Vorgabe durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), das die Flüchtlinge auf die Bezirke verteilt, sieht für Pankow etwa 1.000 bis 1.500 Asylbewerber vor. 600 in drei Einrichtungen sind es bislang. Weitere Standorte werden derzeit geprüft.

http://www.abendblatt-berlin.de/2014/05/26/gut-untergebracht/