Treskow: Immobilienverwerter hoffen auf Lagerunterbringung

05.07.2014 Märkische Oderzeitung
Ablehnen eines Angebots für Flüchtlinge moniert

Berlin/Neuruppin (MZV) Das hat den Berliner Geschäftsmann tatsächlich ungläubig zurückgelassen. Dem Kreis hatte er im Auftrag eines Geschäftspartners aus Baden-Württemberg ein Verwaltungsgebäude zur Nutzung angeboten: zehn Unterkunftsräume mit eigenen Sanitäreinrichtungen, ein Speisesaal sowie weitere Räume, die bislang als Büros genutzt wurden. „Ob für die Jugendarbeit oder Flüchtlinge war egal“, so der Geschäftsmann. Aber angesichts der angespannten Flüchtlingslage lag es nahe, dass ein Angebot kommen würde, nach dem dort Asylbewerber unterkommen könnten, die das aus allen Nähten platzende Aufnahmeheim des Kreises in Treskow nicht aufnehmen kann.

Doch, Pustekuchen. Die Antwort war kurz und knapp: Leider müsse ihm mitgeteilt werden, „dass zurzeit kein Bedarf an dem von Ihnen angebotenen Objekt besteht“, bescheinigte ihm die Leiterin vom Sozialdezernat des Kreises, Waltraud Lorenz. Der Inhaber sah sich nach einem anderen Nutzer um – und wurde fündig. „Jetzt steht das Objekt nicht mehr zur Verfügung – erst wieder in einem Jahr“, so der Berliner. Lag die kurze, aber bestimmte Antwort daran, dass im Angebot nicht einmal erwähnt ist, wo sich das Gebäude befindet, und wer hinter dem eigentlichen Inhaber steckt?
„Wissen Sie, ich möchte das eigentlich gar nicht kommentieren“, sagte Lorenz am Freitag auf Nachfrage. Sie bestätigte aber indirekt, dass es auf einzelne Gebäudeangebote mittlerweile nicht mehr ankommt – auch wenn die Flüchtlingslage prekär bleibt, angesichts der Krisenherde in Syrien und des Stroms von Nordafrika nach Europa. Es stelle kein Problem dar, auf einzelne Angebote nicht einzugehen. „Wir haben mehrere Wohnalternativen, die wir derzeit prüfen“, sagte Lorenz. Wenn die Prüfung abgeschlossen ist, entscheiden die Abgeordneten in den Ausschüssen beziehungsweise im Kreistag, wo noch außerhalb des kreiseigenen Wohnheims Asylbewerber untergebracht werden können.
Im Gebäude in Treskow soll es nach dem Ende der aktuellen Sanierungen Platz für 208 Menschen geben – 27 Asylbewerber mehr muss der Kreis dieses Jahr aufnehmen. Aber es gibt auch jetzt schon Wohnunterkünfte außerhalb des Heims. Ende März waren 148 Flüchtlinge im Treskower Gebäude untergebracht, 211 gab es aber im Landkreis. Die restlichen 63 hatten ihre Unterkunft in alternativen Wohnungen gefunden.

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