Brandenburg gegen frühere russische Kasernen für Flüchtlinge

18.09.2014 Berliner Zeitung
Brandenburg gegen frühere russische Kasernen für Flüchtlinge

Der Vorstellung, im Osten Deutschlands könnten mehr Flüchtlinge in früheren russischen Kasernen unterkommen, ist in Brandenburg auf Unverständnis gestoßen. Die stark steigende Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen treffe alle Länder gleichermaßen, sagte Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) am Donnerstag der dpa. «Die Vorstellung, in Ostdeutschland gebe es in großem Stil leerstehende und brauchbare ehemalige russische Kasernen, ist zudem völlig abwegig und zeugt von mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Lage im Osten», sagte der SPD-Politiker. Er reagierte auf einen Vorschlag der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney.
Die SPD-Politikerin hatte in einem Interview für die Wochenzeitung «Die Zeit» gesagt, in den ostdeutschen Ländern würden aufgrund der Einwohnerzahlen bislang vergleichsweise wenig Flüchtlinge untergebracht, obwohl es dort viel ungenutzten Platz gebe. «Mancherorts verfallen russische Kasernen. Warum daraus keine Flüchtlingsheime machen?», fragte die Integrationsministerin.

Öney war vor ihrem Wechsel in die SPD und nach Baden-Württemberg auch integrationspolitische Sprecherin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

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