Flüchtlingsrat: „Brandenburg hat zu wenig für Flüchtlinge getan“

06.10.2014 RBB
Flüchtlingsrat kritisiert Landesregierung
„Brandenburg hat zu wenig für Flüchtlinge getan“

Der Flüchtlingsrat Brandenburg hat scharf kritisiert, wie Asylbewerber derzeit im Land untergebracht werden. Der jetzige „Aufnahmenotstand“ sei selbst produziert, hieß es: Trotz stetig steigender Flüchtlingszahlen seien keine Kapazitäten geschaffen worden. Am Montag sind die ersten Flüchtlinge im früheren Haasenburg-Heim in Müncheberg eingezogen.
Die Sprecherin des Flüchtlingsrats Brandenburg, Ivana Domazet, hat der Landesregierung schwere Versäumnisse bei der Unterbringung von Asylbewerbern vorgeworfen. Sie sagte am Montag im rbb, der jetzige Aufnahmenotstand sei selbst produziert. Obwohl seit mindestens zwei Jahren klar sei, dass die Flüchtlingszahlen steigen, seien keine entsprechenden Kapazitäten geschaffen worden.

Flüchtlinge lieber in Wohnungen als in Sammelunterkünfte
Domazet lehnte neue Sammelunterkünfte wie die in Ferch (Potsdam-Mittelmark) geplante Außenstelle der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber ab. Das Gebäude sei – ebenso wie abgelegene ehemalige Kasernen – ungeeignet. Stattdessen sollten Flüchtlinge möglichst in Wohnungen untergebracht werden. Wenn Asylbewerber menschenwürdig untergebracht werden sollten, müssten auch die entsprechenden finanziellen Mittel bereit gestellt werden.
Viele Bundesländer hätten in den vergangenen Jahren gezeigt, wie man Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen beziehungsweise ihnen eine größtmögliche Freiheit darüber geben könne, wie sie wohnen oder wo sie hinziehen möchten, sagte Domazet weiter. Eine menschenwürdige Unterkunft müsse finanziell richtig ausgestattet werden. Stattdessen haben das Land Brandenburg nach zwei Jahren Untätigkeit konstatiert, man habe einen Aufnahmenotstand.

Einzug in ehemaliges Haasenburg-Heim
Am Montag sind die ersten Flüchtlinge in ein ehemaliges Haasenburg-Heim in Müncheberg (Märkisch-Oberland) angekommen: Die 14 Syrer waren zuvor in Frankfurt (Oder) untergebracht. Wegen Problemen mit der Brandschutzanlage hatte sich der Einzug um zwei Wochen verzögert. Inzwischen wurde die untere Etage freigegeben, dort werden nun die 14 Flüchtlinge aus Syrien wohnen.
In den oberen Etagen werden noch die Kabel für die Rauchmelder verlegt. Ende des Monats sollen laut dem Betreiber Internationaler Bund die Arbeiten fertig sein. Dann können die nächsten Flüchtlinge einziehen. Insgesamt sollen in dem ehemaligen Kinder- und Jugendheim 107 Flüchtlinge untergebracht werden.