Verletzte und Festnahmen bei Demonstration gegen Flüchtlinge

9.12.2014 RBB: Verletzte und Festnahmen bei Demonstration gegen Flüchtlinge

Die Proteste gegen Wohncontainer für Flüchtlinge in Marzahn-Hellersdorf reißen nicht ab. Am Montagabend demonstrierten erneut mehrere hundert Befürworter und Gegner der Flüchtlingsunterkünfte, darunter auch Anhänger der rechtsextremen NPD. Bei Zusammenstößen zwischen den Demonstranten wurden zwei Personen verletzt.

Im Streit um den Bau von Flüchtlingsunterkünften sind am Montagabend im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf erneut Befürworter und Gegner auf die Straße gegangen. Bei Zusammenstößen der beiden Gruppen wurden zwei Personen verletzt.
Zunächst war ein Protestzug linker Gruppen mit etwa 700 Teilnehmern an einem Einkaufszentrum nahe dem S-Bahnhof Marzahn gestartet. Die Veranstalter selbst sprachen von 1000 Teilnehmern. Sie trugen Transparente, auf denen etwa „Wir heißen Flüchtlinge willkommen“ und „Berlin steht auf gegen Rassismus“ zu lesen war.
NPD demonstriert mit
Auf einer anderen Seite des Einkaufszentrums versammelten sich etwa 800 Gegner der Wohncontainer. Darunter waren auch Politiker der rechtsextremen NPD, wie der Polizeisprecher sagte. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Aufgebot von rund 600 Beamten vor Ort, um die beiden Gruppen voneinander getrennt zu halten.
Am Rande der Protestzüge kam es nach Polizeiinformationen zu kleineren Zwischenfällen. Zwei Teilnehmer der Demonstration gegen die geplanten Wohncontainer wurden demnach von 30 Unbekannten angegriffen und mit Schlagstöcken verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus. 17 Polizisten wurden nach Angaben des Sprechers leicht verletzt. Zwei Personen wurden festgenommen.
Bündnis „Berlin nazifrei“ zeigt sich zufrieden
Eine Sprecherin des Bündnisses „Berlin nazifrei“ zeigte sich trotz der Zwischenfälle mit dem Verlauf der Proteste zufrieden: „Wir haben heute gezeigt, dass wir immer mehr werden“, erklärte sie in einer Mitteilung. „Während die Nazis offensichtlich ihr Mobilisierungspotenzial erschöpft haben und sichtlich frustriert waren, werden wir erst warm.“
Ihren Angaben zufolge mussten die Heimgegner aufgrund der Gegendemonstration ihre
ursprünglich geplante Route verkürzen. An den Gegenprotesten hatten sich auch namhafte Politiker beteiligt, darunter Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder in Marzahn sowie in Köpenick Proteste von Anwohnern und Neonazis gegen die Unterbringung von Flüchtlingen. Laut Verfassungsschutz nutzen Neonazis den Unmut von Anwohnern für ihre Zwecke und organisieren Demonstrationen.

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/Proteste-gegen-Fluechtlinge-in-Berlin-Marzahn.html