Brandenburg: Erstaufnahme nun auch in Ferch

21.12.2014 Berliner Zeitung
Erste Flüchtlinge werden in umgebautem Wohnheim in Ferch erwartet

In Ferch (Potsdam-Mittelmark) werden am Montag die ersten Flüchtlinge in der neuen Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung erwartet. Die neue Unterkunft soll helfen, die angespannte Situation in der Zentralstelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zu entschärfen. Dort sind derzeit etwa 1300 Menschen untergebracht – ausgerichtet ist der Standort für 500.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat an die Brandenburger appelliert, denen beizustehen, die nicht unbeschwert Weihnachten feiern können. Er denke an die vielen Flüchtlinge, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen mussten und Schutz und Hilfe erwarten dürften. «Meine Gedanken sind in diesen Tagen auch bei ihnen», sagte Woidke in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft.
Brandenburg nimmt in diesem Jahr rund 6100 Flüchtlinge auf, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) geht angesichts der internationalen Krisenherde von weiter steigenden Zahlen aus. Für 2016 rechnet er mit bis zu 1000 neuen Asylsuchenden monatlich im Land. Die Kapazität für die Erstaufnahme des Landes soll darum bis Ende 2015 auf 3000 Plätze ausgebaut werden.
Woidke informiert sich am Montag über die Situation von Flüchtlingen und besucht in Wandlitz ein Übergangswohnheim. Dabei will er auch den engagierten Mitarbeitern danken.
In Ferch ist ein ehemaliges Wohnheim der Bundeswehr umgebaut worden. Etwa 50 Asylsuchende sollen dort zunächst unterkommen. Anfang 2015 sollen laut Innenministerium etwa 100 Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht werden können, im Sommer dann bis zu 280 Menschen. Bauarbeiten laufen noch. Die Kosten für die erste Stufe des Ausbaus liegen laut Behörden bei maximal 100 000 Euro.
Höchstens drei Monate sollen die Flüchtlinge in der Erstanlaufstelle bleiben. Danach müssen sie auf andere Unterkünfte der Kommunen verteilt werden. Für eine dauerhafte Unterbringung ist das Wohnheim aus Sicht von Innenminister Schröter auch nicht geeignet. Es liegt fernab von den umliegenden Orten Glindow, Geltow oder Caputh in einem Gewerbegebiet. Kitas oder Schulen sind schwer erreichbar. Mit Hilfe der Evangelischen Kirche Caputh hat sich ein «Netzwerk der Hilfe» gebildet. (dpa/bb)

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