Flüchtlinge ziehen in die Charité-Psychiatrie

9.1.2015 BZ: Flüchtlinge ziehen in die Charité-Psychiatrie

Eine Lösung für die Unterbringung weiterer Hunderter Flüchtlingen in Berlin ist in Sicht. Nach B.Z.-Informationen sollen sie in der ehemaligen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité in Westend unterkommen. Der riesige Krankenhaus-Komplex (9.000 Quadratmeter Nutzfläche) wird bis Ende dieser Woche geräumt. Patienten und Ärzte ziehen in das Benjamin-Franklin-Klinikum.

Der Standort Eschenallee wurde an den Liegenschaftsfonds übergeben. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat es bereits geprüft. “Das Objekt wurde für die Unterbringung von Flüchtlingen als geeignet befunden”, sagt Sprecherin Silvia Kostner der B.Z. “Angesichts der angespannten Unterbringungssituation von Flüchtlingen in Berlin wird die Einrichtung bereits ab Anfang Februar als Notunterkunft für Flüchtlinge eröffnet.”
Das Krankenhaus sei perfekt. “Die Räumlichkeiten wurden gerade noch genutzt”, so Kostner. “Wir müssen nicht einmal umbauen. Die ehemaligen Vierbettzimmer sind für Familien von drei bis fünf Personen optimal. Und eine Flüchtlingsunterkunft braucht auch Gruppen- und Therapieräume.”
Flüchtlinge aus Erstaufnahme-Einrichtungen sollen in der Eschenallee unterkommen. Eine genaue Zahl konnte Kostner noch nicht sagen. In Berlin werden in diesem Jahr 15.000 weitere Flüchtlinge erwartet. Schon jetzt mussten viele in Turnhallen und Containern untergebracht werden. Die Freie Universität ließ den Komplex Eschenallee nach der Teilung der Stadt bauen. Nun verlagert die Charité die Abteilungen wieder in einen Kerncampus zurück, um Wege zu verkürzen und Kosten zu sparen.

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