BILD entdeckt die Perspektive der Flüchtlinge

21.1.2015 BILD
Flüchtlinge wollen nicht in Turnhallen wohnen
Turnhallen sind zum Sport da. Und nicht zum Wohnen …

Seit Wochen diskutieren Senat und Bezirke über die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen. Denn die Notunterkünfte reichen schon lange nicht mehr aus. Sieben Gebäude hat das Land bereits beschlagnahmt, viele Vereine mussten deshalb auf andere Sportstätten ausweichen.
Doch was sagen eigentlich die Flüchtlinge selbst? BILD zu Besuch in einem Berliner Heim. Fazit: Viele Flüchtlinge wollen gar nicht in den Turnhallen wohnen!
In der Levetzowstraße in Moabit leben 260 Menschen in einer ehemaligen Schule.
Wegen des maroden Zustands, der mangelnden Hygiene und unzureichender Sanitäranlagen war das Heim lange verrufen. Die meisten Mängel sind mittlerweile beseitigt, so ein Vermerk des Gesundheitsamts Mitte.
Einer der Bewohner ist Hussein (26), gelernter IT-Fachmann aus Syrien. Er lebt in einem Klassenraum mit vier Männern, dünne Holztrennwände schaffen Privatsphäre. Er sagt: „Hier habe ich Platz für mich. In einer Turnhalle würde ich nicht wohnen wollen.“
Vor allem wird die fehlende Privatsphäre bemängelt, so Linken-Politiker Hakan Tas (48). „Da stehen bis zu 200 Feldbetten nebeneinander.“ Auch Fabio Reinhardt (34, Piraten) kritisiert: „Die ganzen Standards, über die wir seit Jahren reden, gibt es dort nicht.“
Sind die Turnhallen eigentlich überhaupt nötig? Nach BILD-Informationen leben noch rund 1800 Obdachlose in Flüchtlingsheimen, weil die für sie zuständigen Bezirke nicht ausreichend Unterkünfte bereit stellen …

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