Collège Voltaire in Reinickendorf wird Flüchtlingsunterkunft

21.02.2015 Abendblatt

Für rund 150 Menschen wird die Cité Foch in den kommenden Wochen zum Zufluchtsort und zur neuen Heimat. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak und dem Iran, sind vor Krieg und Krisen geflohen und werden nun in der Hauptstadt im Asylverfahren betreut. Für diese Menschen hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) nun im ehemaligen Collège Voltaire, Avenue Charles de Gaulle 33 / Rue Racine 7 eine neue Notunterkunft eingerichtet. Dort werden sie betreut, bis ihr Asylverfahren ganz oder zumindest zum Teil abgewickelt ist. Was das genau für Anwohner bedeutet, erfuhren alle Interessierten am Dienstag bei einer Informationsveranstaltung im Romain-Rolland-Gymnasium in der Cité Foch, zu der der Bezirk einlud. Dabei verdeutlichte Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD): „Angesichts der erschreckenden Geschehnisse weltweit, bin ich stolz, dass der Bezirk seinen Teil dazu leistet, Menschen Schutz zu gewähren.“

Zustand bemängelt
Geplant ist, dass die Flüchtlinge bis zum Juni diesen Jahres in der Notunterkunft bleiben. Bis dahin werden sich verschiedene Träger im Bezirk an dem Standort einsetzen. Neben Sozialarbeitern, die sich um die teils traumatisierten Menschen kümmern, werden die Kinder mit Deutschkursen und Hausaufgabenbetreuung begleitet. Von einigen Anwesenden wurde während der Veranstaltung der bisherige Zustand der Unterkunft bemängelt. vor allem die sanitären Anlagen seien in einem schlechten Zustand. Auch Franz Allert vom LAGeSo räumte ein, über den Zustand der Unterkunft nicht glücklich zu sein. Die zunehmende Zahl an Flüchtlingen stelle den Bezirk jedoch vor die Herausforderung, den Hilfesuchenden kurzfristig ein Dach über dem Kopf zur Verfügung zu stellen. In den kommenden Tagen sei außerdem geplant, die Situation mit Sanitätscontainern zu verbessern. Andere Anwohner fürchteten religiöse Konflikte zwischen den Flüchtlingen oder sorgten sich, dass die neuen Nachbarn bei Ankunft nicht hinreichend medizinisch untersucht würden. Ängste, die Vertreter der Behörden und Träger aus Erfahrung entkräften konnten. Dass an dem Standort überhaupt Flüchtlinge unterkommen werden, habe das LAGeSo erst am 10. Februar beschlossen. Bisher waren in dem Gebäude durch ein Hauswächter-Unternehmen Menschen zu günstigen Mietpreisen untergebracht. Diese sogenannten Hauswächter schützen das Gebäude vor Gefahren, indem sie es bewohnen bis die Eigentümer eine andere Verwendung dafür haben. Der kurzfristige Beschluss führte unter einigen der bisherigen Bewohner zu Missmut, da sie das Gebäude binnen weniger Tage räumen mussten. Für diese Menschen sei aber das Nebengebäude des Grundschultrakts zur Verfügung gestellt worden, so Franz Allert. Nicht nur in Sachen Unterkunft steht der Bezirk vor einer Herausforderung. Auch bei den verschiedenen Netzwerken werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht.

http://www.abendblatt-berlin.de/2015/02/21/alte-schule-wird-zur-notunterkunft/