Brandanschlag in Beelitz vor Gericht

08.04.2015 RBB: Angeklagter bestreitet Brandstiftung

Ein Gebäude der Beelitzer Heilstätten sollte zu einem Flüchtlingsheim umgebaut werden. Ein Mann aus Berlin-Staaken habe dies verhindern wollen, indem er in das leerstehende Haus eingestiegen sei und Feuer gelegt habe – das zumindest wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Vor dem Amtsgericht Potsdam hat am Dienstag der Prozess um einen Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft für Asylbewerber begonnen.
Laut Staatsanwaltschaft wollte der 30-jährige Angeklagte verhindern, dass in einem Gebäude der Beelitzer Heilstätten Flüchtlinge untergebracht werden. Deshalb sei er in der Silvesternacht 2013 in das damals leerstehende Haus eingedrungen und habe dort an mindestens zwei Stellen Feuer gelegt. Die Feuerwehr konnte den Brand jedoch löschen.

Zum Prozessauftakt bestritt der Angeklagte aus Berlin-Staaken die Vorwürfe. Zeugen sollen aber gesehen haben, wie er in das Haus ging. Außerdem soll er sich in Gesprächen stets aggressiv gegen das Asylbewerberheim ausgesprochen haben. Doch vor Gericht stritt der Angeklagte am Dienstag ab, die Tat begangen zu haben oder fremdenfeindlich zu sein.

Angeklagter war untergetaucht
Der Prozess findet erst jetzt – mehr als ein Jahr später – statt, da der Angeklagte bislang untergetaucht war. Neben der mutmaßlichen Brandstiftung muss er sich zudem wegen Fahrens ohne Führerschein verantworten. Ein Urteil wurde zunächst noch am Dienstag erwartet. Doch laut der Richterin am Potsdamer Amtsgericht soll es erst am Donnerstag fallen.
Das Gebäude selbst diente einst als Unterkunft für polnische Spargelstecher. Inzwischen ist es saniert, heute leben dort 38 Flüchtlinge unter anderem aus dem Tschad, Eritrea oder Somalia. Einige Nachbarn hatten lange Zeit gegen das Flüchtlingsheim protestiert und auch Briefe an den Landrat geschrieben, um die Errichtung des Heims zu verhindern. „Es war ursprünglich eine Menge Skepsis da. Aber da es sich vom Umfeld her sehr ruhig gestaltet, ist jetzt die Akzeptanz da“, sagte der stellvertretende Bürgermeister von Beelitz, Uwe Hensel, dem rbb.


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