Eschenallee: Bettzeug und Handtücher fehlen

11.04.2015 Abendblatt

Anfang März nahm die Flüchtlingsunterkunft in der Eschenallee 3 unter der Trägerschaft von Prisod Wohnheimbetriebs GmbH ihren Betrieb auf. „Die Eschenallee ist nun mit einer maximalen Kapazität von 300 Plätzen voll belegt“, sagt Bezirksstadtrat Carsten Engelmann (CDU). Gleich zu Beginn bezogen Familien aus der Sporthalle der Technischen Universität Berlin (TU) in der Waldschulallee und der Turnhalle an der Rudolfstädter Straße im ehemaligen Klinikgebäude für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin Quartier. Ungefähr ein Drittel der Flüchtlinge aus 16 verschiedenen Nationen sind Kinder und Jugendliche, für die eine Betreuungssituation durch Erzieherinnen geschaffen werden konnte.

Bild gemacht
Nadia Rouhani, Vorsitzende des Integrationsausschusses des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, machte sich Mitte März gemeinsam mit über 100 Anwohnern ein Bild von der Flüchtlingsunterkunft. „Die Heimleiterin geht offen auf die Anwohnerschaft zu, sie ist erfahren im Umgang mit ihr und schätzt ehrenamtliche Unterstützung. Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass nach der Ankunft in Deutschland von der Eschenallee aus Integration gelingen kann“, so Rouhani. Unentbehrlich sind weiterhin die helfenden Hände vieler Ehrenamtlicher und der Vereine wie „Willkommen in Westend“.

Enorme Unterstützung
Auch die Unterstützung und das Engagement der Bevölkerung sind enorm. Anwohner bieten Deutschunterricht, beraten bei Behördengängen oder organisieren Ausflüge. „Wir bemühen uns auch, in der Eschenallee in Zusammenarbeit mit dem Träger und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) ein Sachspenden-Sammellager einzurichten“, sagt Engelmann, weil die Lagerräume aller Unterkünfte aus den Nähten platzen. Was jedoch weiterhin fehlt, sind Bettlaken, Bettüberzüge, Zierkissen, Handtücher und Herrenbekleidung. Die Sporthalle in der Waldschulallee hat als Notunterkunft ausgedient. „Dass die TU-Halle zum 2. April geräumt sein sollte, ist die einzige Information, die wir vom LaGeSo bis jetzt erhalten haben“, sagt Carsten Engelmann. Weitere Informationen über die Belegung und Unterbringung von Flüchtlingen seien seitens LaGeSo beim Bezirksamt noch nicht eingegangen.

Nächste Bruchbude
Laut „Willkommen im Westend“ sollen bis zu 120 Flüchtlinge in der Cité Foch, einer ehemaligen Schule in Reinickendorf, untergebracht werden. „Manche der Flüchtlinge leben bereits seit Dezember mit 200 Menschen unter unzumutbaren Bedingungen in der Sporthalle. Es ist unerträglich, dass sie von einer Bruchbude in die nächste geschickt werden“, macht Marlene Cieschinger, Die Linke-Bezirksverordnete in Charlottenburg-Wilmersdorf, auf der „Willkommen im Westend“-Vereinsseite aufmerksam. Eine Begehung hätte gezeigt, dass es nicht genügend Toilettencontainer gäbe, und Wasserleitungen defekt seien. „Wir fordern eine menschenwürdige Unterbringung“, so „Willkommen im Westend“.

http://www.abendblatt-berlin.de/2015/04/11/bettzeug-und-handtuecher-fehlen/