Kittlitz will kein Tröglitz werden

22.04.2015 BILD: Kittlitz hält an Flüchtlingsheim fest

Kittlitz (Brandenburg) – Nach Drohungen hält der Landkreis Oberspreewald-Lausitz an seinem Vorhaben, ein Flüchtlingsheim im Ortsteil Kittlitz zu bauen, fest: Erste Asylbewerber sollen Ende des Jahres kommen.
Trotz Unmut in der Bevölkerung soll das „Projekt Flüchtlingsheim“ durchgeführt werden. Der Landkreis möchte dazu stärker mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Für den 5. Mai ist daher ein Infoabend geplant, sagte Landrat Siegurd Heinze am Mittwoch.
In einer Förderschule sollen ab Ende 2015 bis zu 130 Einwohner für voraussichtlich drei Jahre untergebracht werden. In dem Ortsteil leben derzeit 137 Einwohner. Der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) hatte im Zusammenhang mit den Asyl-Plänen Drohschreiben erhalten.

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Heinze betonte zu den Plänen: „Wir bleiben dabei.” Es gebe derzeit auch keine Alternativen. Der Ortsteil liegt etwas entfernt vom Lübbenauer Zentrum. Deshalb sei eine direkte Busverbindung angedacht, kündigte Heinze an. Im Spätsommer werde voraussichtlich der Umbau der Förderschule beginnen.
Wenzel sagte, dass in der Zwischenzeit keine weiteren Drohschreiben bei ihm eingegangen seien. Mit den Drohungen seien Grenzen verletzt worden. Zugleich betonte er, dass Lübbenau und der Spreewald weltoffen und gastfreundlich seien.
Vor Kurzem war der Ortsvorsteher von Kittlitz zurückgetreten. Ein Grund dafür war laut Landkreis das Medienecho auf die Diskussion um das Flüchtlingsheim.
Der neue Ortsvorsteher, Volkmar Schlosshauer (parteilos), beschrieb die Stimmung in Kittlitz so: „Zurzeit herrscht so etwas wie eine abwartende Ruhe.” Er hoffe auch mit Blick auf die Einwohnerzahl, dass der Landkreis weniger Flüchtlinge nach Kittlitz bringt als die geplante Höchstzahl von 130.
Derzeit leben laut Landkreis 437 Flüchtlinge in Oberspreewald-Lausitz. Standorte sind unter anderem Sedlitz und Lauchhammer mit Gemeinschaftsunterkünften. Mehr als 100 Flüchtlinge leben in Wohnungen. Der Kreis hat einen Aufruf an private und gewerbliche Vermieter gestartet, um Wohnungsangebote mitzuteilen.
Ganz Brandenburg muss laut Innenministerium vermutlich in diesem Jahr mehr Flüchtlinge aufnehmen als die zunächst vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prognostizierten 9200 Menschen.

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