Massenunterbringung führt zu Totem in Teltow

05.05.2015 RBB
Flüchtling in Teltow erstochen

In einem Flüchtlingsheim in Teltow südlich von Berlin ist ein junger Mann aus Somalia getötet worden. Offenbar hat ihn ein anderer Bewohner erstochen, der ebenfalls aus Somalia stammt. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest.
Ein 21-jähriger Asylbewerber aus Somalia ist bei einem Streit in einem Flüchtlingsheim in Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) ums Leben gekommen. Er wurde offenbar von einem anderen Somali, der mit ihm im selben Zimmer untergebracht war, erstochen. Der mutmaßliche Täter soll nach rbb-Recherchen in der Vergangenheit auffällig gewaltbereit gewesen sein und schon öfter mit einem Messer gedroht haben.

Wie die Polizei mitteilte, entdeckten Mitarbeiter des Heims den 21-Jährigen am Vormittag leblos und mit schweren Verletzungen in seinem Zimmer. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Der mutmaßliche Täter flüchtete
Die Polizei gab anschließend eine Fahndung gegen den 35-jährigen Somalier heraus, der geflohen war. Kurz darauf meldete sich eine Autofahrerin bei der Polizei: Sie hatte den Mann auf der nahe gelegenen Landstraße L40 gesehen. Er hatte ein blutiges Messer bei sich. Polizisten konnten den Mann anschließend stellen und verhaften.
Der mutmaßliche Täter wird derzeit mit Hilfe eines Dolmetschers vernommen, nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Potsdam soll spätestens am Mittwoch entschieden werden, ob Haftbefehl gegen ihn beantragt wird. Eine Obduktion des Leichnams soll zudem klären, wie das Opfer genau ums Leben kam. Die Zentrale Kriminaltechnik, der Kriminaldauerdienst sowie die Mordkommission der Polizeidirektion West haben die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Die Heimleitung wollte sich auf Anfrage des rbb nicht zu der Tat äußern.

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/brandenburg/Fluechtling-Teltow-erstochen.html