Ein Jahr und zehn Monate Haft nach Brandstiftung in Beelitz

06.05.2015 RBB: Haftstrafe nach Brand in geplantem Flüchtlingsheim in Beelitz

Als in der Neujahrsnacht 2013 ein Gebäude der Beelitzer Heilstätten brannte, ging die Polizei zunächst von einem Unglück aus. Doch schnell wurde klar, dass hier keine Böller das Feuer entzündet hatten, sondern ein Mann aus Berlin-Staaken. Er wollte vehindern, dass Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Nun muss er wohl ins Gefängnis.
Nach einem Brand in einem geplanten Asylbewerberheim in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ist ein 30-Jähriger zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden.
Das Amtsgericht Potsdam ging von einer versuchten Brandstiftung und Sachbeschädigung aus, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Zudem wurden sieben Fälle von Fahren ohne Führerschein eingerechnet.

Straftat trotz Bewährung
Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand, muss er nun in Haft.
Laut Urteil hat er in der Neujahrsnacht 2013 in dem damals leerstehenden Gebäude der Beelitzer Heilstätten Feuer gelegt, um den Einzug der Flüchtlinge zu verhindern. Der 30-Jährige bestritt die Tat. Zeugen hatten aber ausgesagt, dass sie ihn in das Haus gehen sahen.
Der Prozess findet fand erst mehr als ein Jahr später statt, weil der Angeklagte zeitweise untergetaucht war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

38 Flüchtlinge leben heute in dem Haus
Das Gebäude hatte zuvor als Unterkunft für polnische Spargelstecher gedient. Inzwischen ist es saniert, heute leben dort 38 Flüchtlinge unter anderem aus dem Tschad, Eritrea oder Somalia.
Nachbarn hatten lange Zeit gegen das Flüchtlingsheim protestiert und auch Briefe an den Landrat geschrieben, um die Errichtung des Heims zu verhindern. „Es war ursprünglich eine Menge Skepsis da. Aber da es sich vom Umfeld her sehr ruhig gestaltet, ist jetzt die Akzeptanz da“, hatte der stellvertretende Bürgermeister von Beelitz, Uwe Hensel, im April erklärt.

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