SoWo wartet seit 8 Monaten auf Lageso-Bescheid

13.05.2015 Abendblatt

Eigentlich hätte der Bau der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Marx-Straße Anfang des Monats beginnen sollen. Doch der private Betreiber wartet noch immer auf grünes Licht von den Behörden. Die Senatsverwaltung für Soziales gerät wegen der Planungsverzögerung zunehmend unter Druck.

Zeit drängt
Vor wenigen Tagen hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) das Konzept des Trägers SoWo Berlin für positiv befunden und an die Fachaufsicht des Senats weitergeleitet. Doch für Geschäftsführer Michael Elias drängt die Zeit. Seit gut acht Monaten wartet er auf einen endgültigen Bescheid. Monate, in denen er laufende Kosten zu tragen hatte, zum Beispiel, um das Grundstück am südlichen Ende der Karl-Marx-Straße freizuhalten. Zwischenzeitlich war er nach eigenem Bekunden kurz davor, alles hinzuschmeißen. „Ich habe keine Ahnung, warum das alles so ewig dauert, meine Glaubwürdigkeit leidet unter der langen Wartezeit“, sagt er. Das sei umso ärgerlicher, weil in dem Kiez zwischen Karl-Marx-Straße und Grenzallee eine breite Unterstützung für die Unterkunft und für deren Bewohner angelaufen sei. Unter anderem seien das Bündnis Neukölln und das Deutsch-Arabische Zentrum an ihn herangetreten, um Integrations- und Sozialarbeit anzubieten. Für die SoWo Berlin ist es das erste Projekt dieser Art. Elias betont, mehr als nur die Mindeststandards erfüllen zu wollen. Beispielsweise sind für das Heim auf Containerbasis pro Etage kleine Wohneinheiten mit großzügigen Küchen vorgesehen, die zugleich als Aufenthaltsort dienen.

Vorgehen unakzeptabel
Rückendeckung erhält Elias aus der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus und aus dem Bezirksamt. „Es ist vollkommen unakzeptabel und nicht nachvollziehbar, dass in diesen Zeiten ein potenzieller Betreiber nach acht Monaten immer noch nicht weiß, was Sache ist“, so Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Sozialsenator Mario Czaja (CDU) müsse endlich handeln.Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne) hatte sich in die Abstimmungen mit dem LAGeSo eingeschaltet. Dieses äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema.

http://www.abendblatt-berlin.de/2015/05/13/wirbel-um-neues-heim/