Zossen: Keine Haft nach Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim

17.05.2015 RBB

Zwei mutmaßliche Brandstifter, die nach einem Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Zossen festgenommen worden waren, sind wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft sah keine ausreichenden Gründe für einen Haftantrag, so die Begründung. Gegen die beiden Männer aus der rechtsextremen Szene wird wegen versuchter Brandstiftung ermittelt.

Die Polizei hat zwei Tatverdächtige freigelassen, die sie im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Zossen (Teltow-Fläming) festgenommen hatte. Die Staatsanwaltschaft habe keine ausreichenden Gründe für einen Haftantrag gesehen, teilte die Polizei am Sonntag mit.
Gegen die 23 und 32 Jahre alten Männer aus dem Landkreis Teltow-Fläming wird wegen versuchter Brandstiftung ermittelt. Laut Polizei gehören sie der rechtsextremen Szenen an und sind bereits mehrfach durch Straftaten aufgefallen.

Polizei findet Brandbeschleuniger bei Tatverdächtigem
In der Nacht zum Samstag war auf ein geplantes Flüchtlingsheim im Zossener Ortsteil Wünsdorf ein Brandanschlag verübt worden. Die Täter legten gegen ein Uhr nachts in drei Müllcontainern nahe des leerstehendes Gebäudes Feuer, durch die Flammen wurde der Giebel des Hauses beschädigt. Verletzt wurde niemand.
Eine Zivilstreife beobachtete die Tat, die Polizisten konnten das Feuer selbst löschen und den Schaden an dem Gebäude gering halten. Sie verfolgten die beiden mutmaßlichen Täter und nahmen einen von ihnen fest. In dem Wagen des 23-Jährigen fanden Ermittler verbotene Feuerwerkskörper, Streichhölzer und Brandbeschleuniger sowie Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen. „Es handelt sich um einen gezielten Anschlag. Hier ist ein ganz klar rechter Hintergrund zu verzeichnen“, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) dem rbb.
In dem Gebäudekomplex in Wünsdorf sind Behörden wie der Landesbetrieb für Straßenwesen untergebracht. Die Brandenburger Regierung plant dort eine Außenstelle der Eisenhüttenstädter Erstaufnahmeeinrichtung, sie soll nach jetzigem Stand ab Anfang 2016 zunächst 500 Menschen beherbergen. Bis Mitte 2017 soll sie auf eine Kapazität von etwa 1.200 Plätzen ausgebaut werden.

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/brandenburg/brandanschlag-auf-geplantes-fluechtlingsheim-in-zossen-brandenburg.html