Ergebnisse des Runden Tischs

21.05.2015 RBB: Runder Tisch zu Flüchtlingen soll regelmäßig tagen

Der erste Runde Tisch zu Flüchtlingsfragen in der Hauptstadt ist am Donnerstag in Marienefelde zusammengekommen. Ergebnis des Treffens: Künftig will man vierteljährlich zusammen beraten, auch gemeinsam mit Flüchtlingsvertretern. Zum Auftakt stand das Unterbringungskonzept des Senats im Mittelpunkt.

Ein Runder Tisch zur Bewältigung der steigenden Flüchtlingszahlen soll in Berlin künftig regelmäßig zusammenkommen. Das ist das Ergebnis eines ersten Treffens mit rund 40 Vertretern von Senat, Parteien, Kirchen, Wirtschaft, Wohlfahrtsverbänden und Initiativen am Donnerstag im Übergangswohnheim Marienefelder Allee.

Auftakt-Treffen des Runden Tisches
Bei den nächsten Treffen sollen auch Flüchtlingsvertreter eingeladen werden, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales mitteilte. Danach soll der Runde Tisch künftig alle drei Monate zusammenkommen.
Bei dem Treffen am Donnerstag ging es um das vom Senat entwickelte Unterbringungskonzept für Flüchtlinge, das für dieses Jahr unter anderem den Bau von sechs Containerdörfern vorsieht. Zudem wurde die Möglichkeit diskutiert, mehr Flüchtlinge als bislang in privaten Wohnungen unterzubringen. „Man konnte Positionen austauschen, Ergebnisse gab es noch nicht wirklich“, äußerte sich Georg Classen vom Flüchtlingsrat Berlin gegenüber dem rbb. Doch nur ein Teil der Probleme wurden angesprochen: Der Personalmangel beim Landesamt für Gesundheit und Soziales sei nicht thematisiert worden, so die Kritik seitens der Kirche.
Beim nächsten Runden Tisch soll das Gesamtkonzept des Senats auf den Prüfstand kommen – dazu gehören medizinische Versorgung, Schulbildung, Zugang zum Arbeitsmarkt und Integration.

Drei Mal so viele Flüchtlinge wie 2014
Hintergrund des Rundes Tisches sind die steigenden Flüchtlingszahlen. So sind laut Senatssozialverwaltung in den ersten vier Monaten dieses Jahres allein in Berlin 6.771 Flüchtlinge neu aufgenommen worden. Das sind drei Mal so viele Asylbewerber wie im Jahr zuvor, teilte die Verwaltung weiter mit.
Auf Basis der Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sei unter Berücksichtigung eines Sicherheitszuschlages in diesem Jahr mit einem Zugang von rund 26.000 Flüchtlingen nach Berlin zu rechnen, hieß es. Im ganzen Bundesgebiet wird mit rund 400.000 neuen Asylanträgen in diesem Jahr gerechnet.

Hintergrund
25.000 Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, leben derzeit in Berlin: 14.816 leben derzeit in 64 Unterkünften, 860 Flüchtlinge sind in Hostels untergebracht. 9.000 Personen leben in Wohnungen.
20.000 Asylsuchende könnten allein in diesem Jahr nach Berlin kommen, so die Schätzung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Im ersten Quartal 2015 hat Berlin 5.105 Flüchtlinge neu aufgenommen.
160 Millionen Euro könnten die neuen Heime kosten und Platz für 7.200 Flüchtlinge bieten. Eine Modulare Wohneinheit bietet Platz für 120 Menschen. Im Gegensatz zu den Containern lassen sich Wohnräume von größeren Fertigbauten flexibler gestalten. Auch die Optik der Außenfassaden ließe sich besser der Umgebung anpassen.

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