Wohnungsunternehmen: „Wir können keine freien Wohnungen herbeizaubern“

RBB 22.05.2015

Trotz des angespannten Wohnungsmarkes will der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) bei der Unterbringung von Flüchtlingen helfen. BBU-Chefin Maren Kern sieht aber auch ein drohendes „Ringen um die wenigen freien Wohnungen“. Gerade deshalb müsse mehr für die Integration und eine gute Nachbarschaft getan werden.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat als Teilnehmer des Rundes Tisches für Flüchtlinge zugesichert, bei der Unterbringung zu helfen. BBU-Chefin Maren Kern sagte am Freitagmorgen im rbb Inforadio, das Forum habe sich darauf geeinigt, dass die Flüchtlinge in Bezug auf ihre Unterbringung mit einbezogen werden sollen. Details nannte sie dazu nicht.

Im Moment bringe die BBU etwa 1.500 Flüchtlinge unter, berichtete Kern. Noch könne nicht genau gesagt werden, wie viele Wohnungen künftig zur Verfügung gestellt werden. Kern betonte, dass bei dem Treffen Vertraulichkeit vereinbart worden sei, was die Ergebnisse und Inhalte des ersten Runden Tisches anbelangt.

„Ringen um die wenigen freien Wohnungen“
Kern wies im rbb aber darauf hin: „Wir haben in Berlin einen angespannten Wohnungsmarkt und können leider auch keine freien Wohnungen herbeizaubern.“ Neue Wohnungen in großem Umfang könnten nicht schnell gebaut werden.
Die BBU-Chefin befürchtet in Bezug auf die wenigen freien Unterkünfte zwar keinen Verdrängungswettbewerb, es handelt sich ihrer Ansicht nach aber schon um ein „Ringen um die wenigen freien Wohnungen“.

Mieter haben „in geringem Umfang“ Vorbehalte
Die zusammengeschlossen Unternehmen im BBU hätten zudem noch viele offene Fragen, wie die Unterbringung der Flüchtlinge konkret aussehen solle. Nach Angaben von Kern hapert es noch bei der Information und Abstimmung. Die Schul- und Gesundheitsversorgung in den Kiezen sei beispielsweise noch nicht ausreichend geklärt.
Auch die Aufklärung in den Nachbarschaften sei wichtig, weil damit die Akzeptanz gefördert werde. Es gehe darum, die Vorbehalte, die es „in geringem Umfang bei den Mietern der BBU-Unternehmen“ gebe, abzubauen, so Kern weiter. Der BBU engagiere sich bereits in Sachen Integration, beispielsweise mit Kiezsportclubs oder Integrationslotsen, für „eine vernünftige und gute Nachbarschaft“.
Die Teilnehmer des ersten Runden Tisches, der am Donnerstag zum ersten Mal tagte, beschlossen auch, dass es in Berlin künftig regelmäßig einen Runden Tisch zu Flüchtlingsfragen geben soll. Daran nehmen Vertreter von Senat, Parteien, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden teil. Der BBU ist ein Zusammenschluss kommunaler und privater Großvermieter.

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