Prenzlau startet Dialog mit Flüchtlingen und Anwohnern

20.07.2015 RBB

Rund 350 Flüchtlinge leben im uckermärkischen Prenzlau, bis Jahresende werden es wohl mehr als 850 sein. Deren Ankunft bereitet die Stadt nun mit Gesprächsrunden vor: Mitarbeiter und Polizei beantworten Fragen von Anwohnern und Asylbewerbern. Laut Bürgermeister gibt es Gesprächsbedarf – obwohl Asylbewerber schon seit Jahrzehnten in der Kommune lebten.

Mit Gesprächsrunden für Anwohner und Asylbewerber will die Stadt Prenzlau (Uckermark) die Ankunft weiterer Flüchtlinge vorbereiten. Bei den beiden Veranstaltungen Ende August stellen sich Mitarbeiter aus dem Rathaus und auch Vertreter des Landkreises und der Polizei den Fragen der Bürger und Flüchtlinge. Es soll sowohl eine Bürgerversammlung geben als auch eine Informationsveranstaltung für Asylbewerber. Auf der Homepage der Stadt können schon jetzt Fragen eingereicht werden.
Kontakt zur Stadt Prenzlau

prenzlau.eu – Fragen zu Flüchtlingen

Fragen, Anregungen, Meinungen und die Bereitschaft zur Unterstützung können über ein Formular auf der Homepage der Stadt Prenzlau auch bereits vor den Veranstaltungen eingereicht werden. Außerdem ist das telefonisch über das Büro des Bürgermeisters möglich unter 03984 751001.

Steigende Zahl an Fragen

Obwohl Asylbewerber seit mehr als 20 Jahren in der Kommune wohnten, steige die Zahl der Fragen, sagte Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) am Montag. „Diese Fragen wollen wir beantworten“, so das Stadtoberhaupt. „Die, die eine gewisse Verunsicherung widerspiegeln, die nach sozialer Gerechtigkeit und auch die nach Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung für die Ankommenden.“
Das Rathaus von Prenzlau (Brandenburg) (Quelle: dpa)Auch Mitarbeiter aus dem Prenzlauer stellen sich den Fragen
Themen von Radwegnutzung bis hin zu Schulpflicht

Zur ersten Informationsveranstaltung für Asylbewerber würden auch diejenigen eingeladen, die schon länger in Prenzlau lebten. Außerdem soll es künftig regelmäßig solche Treffen geben – möglichst zeitnah nach der Ankunft weiterer Flüchtlinge.

Dabei soll es laut dem Bürgermeister darum gehen, „bestimmte Selbstverständlichkeiten unserer Kultur zu vermitteln, zu erklären, wie bei uns Dinge gehandhabt werden – von der Benutzung der richtigen Seite des Fahrradweges über die Frage nach dem Umgang mit Kindern und insbesondere Mädchen bis hin zur Schulpflicht.“ Denn Konflikte resultierten oft aus Unkenntnis und Unverständnis. Es werde wohl kaum gelingen, alle möglichen kulturellen Unterschiede deutlich zu machen, schränkt Sommer ein. Und betont: „Aber der Anfang ist wichtig.“

Außerdem will die Stadt Möglichkeiten der Betätigung für Asylbewerber aufzeigen, die noch keine Arbeitserlaubnis haben. Zwar sei die Situation kompliziert. „Aber wir haben Möglichkeiten, damit umzugehen. Und genau hier setzen wir an.“

Nach Angaben des Landkreises Uckermark leben in Prenzlau derzeit mehr als 350 Asylbewerber. Der Landkreis geht davon aus, bis Jahresende mehr als 850 Flüchtlingen unterzubringen.

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