Razzia bei skrupellosem Hostelbesitzer

24.7.15 BZ

Statt erlaubten 30, pferchte er bis zu 80 Menschen zusammen. Am Freitag flog die illegale Flüchtlingsunterkunft in Mitte bei einer Razzia auf.
24. Juli 2015 21:32 admin-ajax.php von B.Z.

Sie haben Schreckliches erlebt und wähnten sich in Deutschland in Sicherheit. Doch skrupellose Geschäftsleute schlugen hier Kapital aus dem Leid dieser Flüchtlinge.

Am Freitag flog eine illegale Flüchtlingsunterkunft in Mitte auf. Gegen 11 Uhr ließ der Bezirk das Gebäude an der Ackerstraße räumen. Mit ihren Rollkoffern und Plastiktüten zogen die Flüchtlinge in eine neue Bleibe des Bezirksamtes.

Der Grund für die Räumung: Nach B.Z.-Informationen dürfen aus Brandschutzgründen in den betreffenden Räumen maximal 30 Personen übernachten. Der Betreiber des „East West Hostels“ soll bis zu 80 Personen in die Zimmer gepfercht und pro Kopf auch noch bis zu 35 Euro pro Nacht kassiert haben (2800 Euro pro Tag).

Das Geld für die Übernachtungen soll über Kostenübernahmescheine vom Senat geflossen sein. Flüchtlinge bekommen diese, wenn sie für die jeweilige Nacht keine Unterkunft bekommen.

Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (44, CDU) sagte: „Das ist für mich in höchstem Maße unmoralisch. Wir haben eine Teilräumung vornehmen lassen und ein Verfahren wegen des illegalen Betreibens eines Hostels eingeleitet.“ Denn das Haus hatte keine Beherbungsgenehmigung mehr.

Der Inhaber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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