Wirtschaftwunder: Die Traglufthalle

6.8. BZ: Berliner Firma baut Luft-Hallen für Flüchtlinge

Eine Berliner Firma stellt mobile Traglufthallen her. Zwei stehen auch als Flüchtlings-Unterkunft in Moabit. B.Z. erklärt, wie sie funktionieren und was sie kosten.

Sie sind eine schnelle Lösung für die Aufnahme von Asylbewerbern: mobile Traglufthallen. Auch in Moabit sind schon zwei im Einsatz.
Die Berliner Firma Paranet mit Produktionssitz in Augsburg hat sich auf ihre Herstellung spezialisiert. Mit dem neuen Zustrom von Flüchtlingen kann sich die bayrische Firma vor Aufträgen kaum noch retten.
„Früher wurden wir vor allem für Sporthallen und Bäder gebucht, jetzt für Notunterkünfte“, sagt Paranet-Chef Jürgen Wowra (52), der von Bayern nach Berlin gezogen ist. „Wir freuen uns, schnell helfen zu können.“
Die Materialien für eine Halle passen auf zwei Laster. Wowra versichert: „Unsere Hallen sind sicher gegen Stürme und gegen Schneelasten.“ Auch die Paranet-Hallen an der Kruppstraße in Moabit: 72 mal 25 Meter und 36 mal 18 Meter. Die große der beiden Einrichtungen ist nicht nur eine Schlafstätte. Hier gibt es auch Sitzecken, Malwände und die Essensversorgung.
Die kleinere Version ist für Mütter mit Kindern zum Schlafen gedacht. Eine mobile Halle kostet ab 10.000 Euro Miete im Monat. Mobiliar und Verpflegung kommen noch hinzu. Kosten, die das Land Berlin trägt.
Ein aktueller Nachteil der mobilen Hallen: Die Außentemperaturen lassen das Thermometer im Sommer drinnen auf mehr als 30 Grad steigen. Eine Kühlanlage würde zusätzliche Kosten verursachen. Sie ist aber nicht vom Berliner Senat geordert worden. Bis Anfang 2016 sollen die Hallen hier noch weiter in Betrieb bleiben.
Aktuell werden 20 weitere Hallen produziert und bald in ganz Deutschland aufgebaut.

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