IHK bietet Heim in Westend für Flüchtlinge an

15.08.2015 Morgenpost

Um die Unterbringung von Flüchtlingen und die Nutzung einer Immobilie ist eine Debatte in der Industrie- und Handelskammer (IHK) entbrannt. Der Kammer gehört seit den 60er-Jahren ein Wohnheim an der Reichsstraße in Westend. Dort stehen rund 240 Betten in 60 Zimmern zur Verfügung, in dem Haus übernachten Arbeiter und Studenten. Die Verträge sind monatlich kündbar. Die IHK will das Gebäude seit Längerem verkaufen. Nun fordert der Unternehmer Christoph Huebner, sie solle es dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) anbieten, um dort vorübergehend Asylbewerber einzuquartieren. „Es ist Zeit, dass auch die Industrie- und Handelskammer ihrer Verantwortung gerecht wird“, sagte Huebner, Mitglied der IHK-Vollversammlung und ein Befürworter des Verkaufs. Der werde sich aber noch „über Monate oder Jahre“ hinziehen.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, startete der Mitinhaber eines Vorsorgedienstleisters am Mittwoch eine Internetpetition (http://change.org/fluechtlingswohnheim). Bis Freitagabend wurde sie von mehr als 11.700 Menschen unterzeichnet.

„Die Petition läuft ins Leere“, konterte IHK-Sprecher Leif Erichsen. Wenn der Senat das möchte, werde die Kammer das Gebäude zur Verfügung stellen. Man biete dem Lageso dazu Gespräche an. Das Landesamt müsse entscheiden, ob das Haus geeignet sei. Allerdings solle es „schnellstmöglich“ verkauft werden. Huebner forderte hingegen, die IHK solle das Gebäude nicht nur mit kurzfristigem Vertrag anbieten.

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