Streit zwischen Helfern eskaliert

17.08.2015 Morgenpost

Ehreamtliche Helfer werfen den Johannitern schwere Versäumnisse vor. Die widersprechen vehement und sprechen von Desinformation.

Bei der Unterstützung der wartenden Flüchtlinge vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) ist es erneut zu Konflikten zwischen ehrenamtlichen und professionellen Helfern gekommen.

Die Ehrenamts-Organisation „Moabit hilft“ warf dem Lageso und dem Notfallteam der Johanniter schwere Versäumnisse vor. Die Johanniter wiesen das deutlich zurück und sprachen von gezielter Desinformation. Die Hilfsorganisation Caritas versuchte am Montag, die Zusammenarbeit mit „Moabit hilft“ zu organisieren.

„Hilfe vorsätzlich verhindert“

„Moabit hilft“ kritisierte, professionelle Hilfe werde „vorsätzlich verhindert“, es gebe eine Epidemiegefahr sowie medizinische Notfälle wie Knochenbrüche, Kriegsverletzungen und Totgeburten.

Eine Sprecherin der Johanniter-Hilfsorganisation zeigte sich empört. „Das ist nicht korrekt. Hier werden falsche Inhalte behauptet. Das ist unglaublich“, sagte Juliane Flurschütz. „Die medizinischen Fälle wurden von den ehrenamtlichen Helfern an uns weitergeben und wir haben alles dokumentiert.“
Nichts bekannt von einer Totgeburt

So sei eine schwangere Frau ins Krankenhaus gebracht worden. Von einer Totgeburt sei nichts bekannt. Grundsätzlich gebe es eine gute Zusammenarbeit mit den freiwilligen Helfern. Die Johanniter sind seit letzter Woche mit Sanitätern und seit Montag zusätzlich auch mit einem Notarzt auf dem Gelände.

http://www.morgenpost.de/berlin/article205576949/Fluechtlinge-am-Lageso-Streit-zwischen-Helfern-eskaliert.html