Unterkünfte: Zuerst Flüchtlinge, dann Studenten

20.08.2015 RBB

Die Unterbringung von Flüchtlingen bleibt ein großes Thema. Denn Zelte und Container sind zwar eine schnelle, aber keine gute Lösung. Deshalb plant der Senat den Bau von neuen Unterkünften – in modularer Bauweise. 36 Stück dieser Ergänzungsbauten für 1,7 Millionen Euro sollen gebaut werden.
Der Berliner Senat plant für die Unterbringung von Flüchtlingen 36 so genannte „modulare Erweiterungsbauten“ zu errichten. Das bestätigte der Leiter der Abteilung Hochbau in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Hermann Josef Pohlmann, im rbb-Inforadio. Solche vergleichsweise schnell zu errichtenden Gebäude werden etwa für Schulen verwendet, die nicht genug Klassenzimmer haben.

Die Flüchtlingsunterkünfte in Modulbauweise werden rund 1,7 Millionen Euro pro Stück kosten. Nicht in den Kosten enthalten ist die Erschließung der jeweiligen Grundstücke, so Pohlmann.

Ergänzungsbauten halten bis zu 100 Jahre
Die sogenannten „modularen Erweiterungsbauten“ (MEBs) sollen dabei helfen, die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Berlin unterzubringen. Sie seien deutlich nachhaltiger als Container oder Zelte, so Pohlmann.
Dem Senatsentwurf zufolge sollen die Gebäude vier Stockwerke hoch sein und in unterschiedlich großen Wohnungen Platz für 60 Menschen bieten. Die Bauzeit betrage zwischen neun und zwölf Monaten, sagte Pohlmann. Dafür hielten die Häuser aber auch bis zu 100 Jahre. Ziel sei es, die Gebäude später auch als normale Wohnungen einsetzen zu können, zum Beispiel für Studenten.

Architekten müssen geschützt werden
Zur Konzipierung solcher Bauten gab es bereits eine Ausschreibung. Das geht aus einer Anfrage Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hervor. Sie endete im April. Die beteiligten werden Architekten offiziell nicht genannt: Da es gegen sie Drohungen gab, dient das ihrer Sicherheit.
In Berlin wurden modulare Erweiterungsbauten bereits an Schulen eingesetzt, um deren Kapazität zu vergrößern. Sieben dieser Bauten kosteten den Senat den Angaben zufolge insgesamt rund 21 Millionen Euro, also zwei bis drei Millionen Euro pro Bau.

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