Ziehen Flüchtlinge bald in diese Gefängnisse?

28.8.15 Bild

Nach neuesten Schätzungen könnten bis Ende des Jahres noch 40 000 Flüchtlinge nach Berlin kommen. Es müssen also weitere Unterkünfte gefunden werden.

Der Plan: Eine Unterbringung in ehemaligen Gefängnissen. Das Berliner Immobilienmanagement (BIM), das zum Koordinierungsstab des Flüchtlingsmanagements gehört, verwaltet mehrere Justizvollzugsanstalten.


JVA Plötzensee

Vier davon seien praktisch nicht mehr in Benutzung, sagte BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring (53) BILD „Die Standorte liegen derzeit der Sozialverwaltung zur Überprüfung vor.“

Konkret geht es um eine ehemalige Teilanstalt der JVA Plötzensee in Tiergarten, die JAA an der Lichtenrader Lützowstraße und die JVA Düppel in Lichterfelde. Zudem der Abschiebegewahrsam Grünau. Derzeit ist er unterbelegt, die Unterhaltskosten belaufen sich auf eine Million Euro pro Monat. Er könnte geschlossen und die wenigen verbleibenden Häftlinge auf andere Anstalten verteilt werden.
In drei Wochen soll eine Entscheidung fallen – auch darüber, welche baulichen Veränderungen das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) für notwendig hält. „Auf jeden Fall müssen die Gitterstäbe und die Gefängnistüren weg“, so Möhring. „Vorteil ist, dass Strom, Wasserversorgung und Sanitäranlagen vorhanden sind.“
Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (57, SPD) hatte bereits eine Unterbringung von Flüchtlingen in ehemaligen Vollzugsanstalten ins Gespräch gebracht.
Aber sind das wirklich geeignete Orte für Unterkünfte? „Das Bild von Flüchtlingen hinter Gittern ist ein problematisches Signal“, sagte Stefan Evers (35), stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU. „Wenn aber entsprechende Umbauten stattfinden, sollten wir einen solchen Vorschlag prüfen.“

http://www.bild.de/regional/berlin/fluechtling/unterkuenfte-in-leerstehenden-berliner-gefaengnissen-42359064.bild.html