Brandenburg: Flüchtlinge sollen in leere Platten ziehen

15.9.15 BILD

Zehntausende Wohnungen mussten in Brandenburg schon abgerissen werden, weil die Mieter weggezogen sind. Jetzt wird der Rückbau vielerorts gestoppt. In die leeren Plattenbauten sollen nun Flüchtlinge ziehen.

6600 Wohnungen wurden in der Chemiestadt Schwedt schon dem Erdboden gleichgemacht. Weitere 261 Wohnungen sollten bis Ende 2017 folgen. Weil sie Geld kosten, aber keine Mieteinnahmen bringen.

„Aber heute haben wir beschlossen, den Abriss vorerst auszusetzen“, sagt Andrea Schelhas (46) vom Bürgermeister-Büro. „Wir wollen 106 leere Wohnungen an der Kastanienallee für Flüchtlinge vorhalten.“

Auch Cottbus will nach 10 000 Wohnungsabrissen nun die Bagger bremsen. Stadtsprecher Jan Gloßmann (51): „Wir müssen bis Jahresende 934 Flüchtlinge aufnehmen.

Deshalb haben wir den geplanten Rückbau von bis zu 140 Wohnungen im Stadtteil Sachsendorf vorerst gestoppt.“

Eine gute Idee, aber sie könnte teuer werden. Denn der Abriss wird aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau“ bezahlt.

Gloßmann: „Wenn wir das Fördergeld jetzt nicht nutzen, wird der Abriss später unbezahlbar.“

Brandenburgs neue Bauministerin Kerstin Schneider hat bereits erfolgreich mit der Bundesregierung verhandelt: 17,5 Millionen Euro erhält das Land nun für die Sanierung von leeren Wohnungen! Dazu Sprecher Steffen Streu (57): „Wir wollen das Fördergeld zur Sanierung leerer Wohnungen für Flüchtlinge verwenden.“

In Potsdam, wo keine Wohnungen leer stehen, sollen zunächst 500 Flüchtlinge ins frühere Sozialministerium ziehen.

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