Spandau: Einzige Zeltstadt Berlins wird abgebaut

21.10.2015 Tagesspiegel
Die Zeltstadt in Spandau wurde am Mittwoch geräumt. Zuletzt waren hier noch 230 Flüchtlinge untergebracht.

In Berlin werden derzeit keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht. Die 71 Zelte auf dem Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau konnten jetzt geräumt werden. Wie die Betreibergesellschaft Prisod am Mittwoch mitteilte, konnten die bisherigen Bewohner in einer anderen Unterkunft untergebracht werden. Die 230 Männer seien mit Bussen in ein Flüchtlingsquartier an der Hakenfelder Mertensstraße gebracht worden. Dort war erst am vergangenen Wochenende in einer ehemaligen Fabrikhalle eine Wohnstätte mit 1000 Betten eingerichtet worden.

Bereits eine Woche zuvor hatte die Spandauer Bezirksverordnetenversammlung einstimmig gefordert, dass die Flüchtlinge angesichts der sinkenden Temperaturen aus den feuchten und nur provisorisch beheizten Zelten umgesiedelt werden. Doch am Vortag hieß es noch, dass es für sie keine Lösung gebe und sie vorerst trotz der sinkenden Temperaturen weiter in den Zelten bleiben müssten. Fest stand am Dienstag lediglich, dass diese im Winter nicht mehr genutzt werden sollten. Nun soll die Zeltstadt bereits in den kommenden Tage abgebaut werden.

Lange war es die Devise des Senats gewesen, ohne mobil einsetzbare Unterkünfte auszukommen. Aber als im September die Zahlen drastisch anstiegen und die Flüchtlingszüge aus Bayern täglich hunderte Menschen nach Berlin brachten, gab es keine festen Notunterkünfte mehr, so dass die Zeltstadt errichtet wurde. Sie blieb die einzige in Berlin.

In den Gebäuden der Kaserne leben aber auch weiterhin Flüchtlinge.

„Die schnelle Umsetzung heute beendet die unhaltbaren Zustände“, erklärte Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). „Zelte sind keine Lösung, das hat nun hoffentlich jeder verstanden.“ Für die Anwohner des Flüchtlingsquartiers in Hakenfelde gibt es am 2. November um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung direkt in der Einrichtung in der Mertensstraße 63-115. Dort werden sich der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU), Bürgermeister Kleebank und Vertreter der Stadtmission den Fragen der Anlieger stellen.

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